Donnerstag, 13. Dezember 2012

Bands Of The Year: Die Plätze 1 und 2


Heute wird aas letzte Kapitel unserer kleinen Hitparade der besten Bands des Jahres begangen. Die Positionen zwei und eins stehen damit auf dem Programm. Aufmerksame Facebooknutzer und Fans der Band wissen bereits, dass sich auf dem zweiten Rang eine der jungen Death Metal Bands der Stunde befindet. CHAPEL OF DISEASE sind dieses Jahr ziemlich kometenhaft nach oben geschossen und bieten mit ihrem ersten Album "Summoning Black Gods" sogar einen neuen Tonträger, den ich an dieser Stelle besprechen kann
Die Polen-Position gebührt mit deutlichem Abstand (der einzige Artikel mit mehr als 300 Clicks) der Black-Metal-Combo MEMBARIS. Ein wenig ironisch ist es zwar schon, dass ausgerechnet ein Band-Of-The-Week-Gastbeitag, die wir ja dieses ja nicht allzu häufig hatten, die Nummer eins darstellt. Dennoch rechtfertig die gewaltige Resonanz auf diesen Artikel auf jeden Fall die Gold-Medallie. Deswegen werde ich auch zur Feier des Tages gleich zwei Alben der Limburger ("Into Nevermore" und "Grenzgänger") rezensieren. 
Dank gebührt an dieser Stelle allen Bands, die ich dieses Jahr thematisiert habe und vor allem den Labels, die mir meine Arbeit mit Promos deutlich erleichtert haben. Ebenso danke ich allen Lesern, die regelmäßig Totgehört besuchen. Ihr seid großartig!
Aber nun viel Spaß mit den letzten Bands Of The Year 2012!



Mit dem insgesamt dritten Gig der Bandkarriere schaffen es nicht viele Gruppen bereits auf die Bühne des Party.San Open Airs und das spricht für die Kölner-Rabauken CHAPEL OF DISEASE, die zusammen mit OBSCURE INFINITY, WOUND, REVEL IN FLESH und DESERTED FEAR zur Zeit ganz schön den deutschen Old-School-Underground umpflügen.
So muss es sich Anfang der Neunziger angefühlt als in Schweden und Florida ein Todesstahl-Meilenstein nach dem andere erschienen ist. Denn wie auch die aktuellen Releases der genannten Bands ist "Summoning Black Gods", das CD-Debüt der NRWler, ein wahres Fest für Todesblei-Traditionalisten.
Düster, thrashig und mit viel 80s-Spirit haut diese Kapelle auf die Kacke und präsentiert uns acht kurzweilige Kompositionen, die direkt ins Ohr gehen. Vor allem "thrashig" ist das richtige Wort. Denn bei rhythmischen Nackenbrechern wie 'Dead Spheres' oder auch 'The Nameless City' wird kaum ein Kuttenträger die Füße still halten können. Rotzige Prügel-Riffs gepaart mit einer ursprünglichen Death-Metal-Attitüde lassen Erinnerungen an Evil Chuck (dessen Todestag sich heute übrigens gerade zum 11mal jährt, RIP!) und zeigen dass das Erbe von DEATH auch heute noch erfolgreich aufgegriffen werden kann. Das gelingt vor allem so hervorragend, weil die Rheinländer wissen, wie sie ihre Instrumente zu bedienen haben und wie Vocals klingen müssen. Der Ausklang 'The Loved Dead' hört sich durch seinen Downtempo-Beginn sehr nach einer ASPHYX-Dampfwalze an, schwenkt dann wieder auch gerne mal um und nimmt mehrmals ordentlich Fahrt auf. Diese Art der Abwechselung und das durchweg vorhandene Überraschungspotenzial machen die Platte insgesamt zu einer echt runden Angelegenheit.
CHAPEL OF DISEASE liefern mit "Summoning Black Gods" ein düsteres Meisterwerk ab, das die eigene Demo überflügelt. Düster und morbide, aber stets spannend und aufregend zeigen die Newcomer allen Möchtegern-Todesblei-Okkultisten, dass man auch atmosphärischen Death Metal spielen kann ohne im Doom-Sumpf zu versinken.


MEMBARIS sind eine der Bands, die trotz ausgezeichneter Alben bisher nicht die Anerkennung erfahren haben, die ihnen gebührt. Selbst für die so Underground-Verliebte-Schwarzmetall-Elite sind sie noch weitestgehend ein Geheimtipp. Dabei beackern die Jungs schon seit vielen Jahren die Szene und hatten bereits 2007 mit "Into Nevermore" ein alles-vernichtendes Album am Start, das trotz gnadenloser Härte interessant und aufregend geblieben ist.
Exemplarisch kann man 'Rabenhorst' nennen, das zu meinen persönlichen Faves des Albums gehört. Der Anfang ist zwar noch bedächtig leise und bezaubert mit klaren Gitarrenanschlägen, aber schnell schwenkt man um zur fiesen Black-Metal-Raserei, die durch tolles Drumming und ausdrucksstarke Screams zu überzeugen weiß. Das ebenfalls äußerst kräftige 'Als der Himmel sich öffnete' nutzt seine knapp acht Minuten Spielzeit, um sich von seiner vielschichtigen Seite zu präsentieren.
Hier kann man auch sehen, was für starke Songwriter hinter MEMBARIS stehen, Die Riffs schießen direkt in die Nackenmuskulatur und befeuern den Bewegungsdrang des Hörers.
Insgesamt ist "Into Nevermore" eine feurige Erfahrung, die zeigt dass man auch mit Gefühl knüppeln kann ohne die Songdienlichkeit aus den Augen zu verlieren.
Der direkte Nachfolger "Grenzgänger" war schon optisch vollkommen anders als sein schwarzer Vorgänger. Ganz in Weiß präsentierte sich das dritte Full-Length-Album der Hessen und hat auch mehr lange Songs im Angebot, die die Siebeneinhalb-Minuten-Grenze knacken. Auch ist  bei diesem Release noch mehr Wert auf vielschichtiges Songwriting gelegt worden als je zuvor.
Düster bis melancholisch präsentiert sich bereits der Opener 'A Mind Full Of Captured Stars', der nicht vor epischem Clear-Gesang zurückschreckt, der sich wunderbar ins Gesamtbild einfügt. Mit über zehn Minuten ist das erste auch direkt das längste Lied der Platte.
Wer jetzt aber denkt es handelt sich hierbei um eine sanfte Post-Metal-Scheibe á la ALCEST oder AMESOEURS, irrt sich gewaltig. Die Domstädter zeigen nämlich jederzeit, dass sie auch aus vollen Rohren feuern können (hört euch zum Beispiel mal 'Seelenmacht' an).
Besonderes Highlight ist aber auch das furiose Meisterwerk 'Crossing The Borderline Of Event Horizon', das unbestritten das Potenzial hat ganz oben bei den deutschen Black-Metal-Hymnen mitzuspielen. Die Atmosphäre ist packend, das Riffing ist schlüssig bis großartig und die Vocals weisen alle Poser- und Wannabe-Kreischvögel in ihre Schranken. Das Sample in der Mitte des Songs tut sein Übriges. In meinen Augen ist dieser Track das 'Mast Of Puppets' von MEMBARIS.
Einen wunderbaren Abschluss findet dieser Release mit '∞', das einen durch seine sphärischen Klänge hypnotisch einnimmt und den Hörer beeindruckt zurücklässt. Man kann über die Klasse von MEMBARIS einfach nur staunen. Selbst Black-Metal-Muffel müssen über den künstlerischen Anspruch erstaunt sein. 
Insgesamt kann man "Grenzgänger" eben nur mit dem Prädikat "genial" umreißen und sagen, dass MEMBARIS eine würdige Band Of The Year ist. Herzlichen Glückwunsch an die Band!

[Adrian]

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