Donnerstag, 18. März 2021

CD-Review: Rapture "Malevolent Demise Incarnation"

 

RAPTURE hat was gegen Menschen. Zumindest kann man das der mächtigen Selbstbeschreibung aus dem Promozettel entnehmen, indem sie davon reden wie sehr die Schöpfung und die Natur durch den Menschen sowohl pervertiert als auch in ihrer Harmonie gestört werden und wahre Perfektion nur aufsteigen kann, wenn die Menschheit fällt. Konsequenterweise sprechen die Griechen bei ihrer Genre-Bezeichnung auch konsequenterweise von "Uncompromising Death/Thrash Misanthropy and Extremity". Da ich bin ich wirklich gespannt ob diesen markigen Worten auf ihrem dritten Album "Malevolent Demise Incarnation" auch entsprechend Taten folgen.
Da ich nie weiß, wie ich nach der Einleitung weitermachen soll, kommen an dieser

Stelle wie immer die Eckdaten. Wir haben hier acht Songs vor der Brust, die sich auf knapp 44 Minuten Spielzeit verteilen. Musikalisch haben wir es - wie die einleitenden Worte vermuten lassen - mit Death Metal zu tun und wie man es vom Label F.D.A. Records kennt, handelt es sich hierbei natürlich um eine Todesblei-Kapelle alter Schule. Allerdings spricht die Band selbst von einem Mix aus Death und Thrash Metal! In Bezug auf die bellenden Shouts und den treibenden Stakkato-Beat, kann man damit auf jeden Fall d'accord gehen. Ich glaube es wird allerdings niemand über euch lachen, wenn ihr die Athener lediglich in die Todesstahl-Schublade steckt - außer jene Trueheimer natürlich, für die Death Metal nur dann Death Metal ist, wenn abgrundtief gegrunzt wird. Die musikalische Atmosphäre der Platte atmet allerdings unbestritten eine ganze Menge frühe SEPULTURA (zu "Morbid Visions"-Zeiten) und XECUTIONER (dem Vorläufer von OBITUARY) - auch wenn die Produktion hier natürlich um Lichtjahre besser ist (was in der Natur der Sache liegt). Die teilweise bis ins Chaotische durchgeprügelten Song-Strukturen lassen ebenfalls den Charme der frühen Extreme-Metal-Demos durchblicken und verbinden die "moderne" Old-School Klangkunst mit den rudimentären Stilmitteln alter Tage. 


Das ist auch alles gut und schön und ich könnte noch einige andere Sachen an diesem Album loben - wie das durchweg sehr ordentliche Gitarrenspiel oder das druckvolle Drumming, das gerade mit seiner Double-Bass ordentlich Dampf macht. Auf der anderen Seiten kämpfe ich jetzt schon seit einigen Minuten mit mir, was ich euch noch in dieses Review schreiben soll. Ja klar, es gibt es auch noch diese dezente "Blackened"-Note, die hier und da in schrubbenden Black-Metal-Motiven durchscheinen darf, aber das ist heute nichts ungewöhnliches mehr und wäre nur etwas wonach ich verzweifelt suche, um auf meine angestrebte Zeichenanzahl zu kommen. Machen wir es also kurz: "Malevolent Demise Incarnation" ist ein gut gemachtes - nein - ein verdammt gut gemachtes Album, aber RAPTURE geht zu sehr auf Nummer sicher und liefert im Grunde trotzdem das ab, was man als Fan der ersten beiden Scheiben will. Es gibt mehr vom gleichen nur eben versierter und noch ausgereifter. Wenn euch das reicht, dann schlagt zu ohne zu zögern, wenn ihr allerdings etwas sucht, dass aus dem Rahmen fällt und etwas Neues in den aktuellen Death-Metal-Kosmos bringt, dann werdet ihr enttäuscht werden.
Ab 26.03.2021 könnt ihr euch bei F.D.A. Records ein eigenes Bild von diesem Dreher machen. 

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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