Dienstag, 15. Oktober 2019

CD-Review: Bitchhammer "Offenders Of The Faith"

 Diese CD liegt auch schon eine ganze Weile bei mir herum, dabei hatte ich mir schon seit Monaten vorgenommen einmal reinzuhören. Ich entschuldige mich eindringlich bei BITCHHAMMER. Ein halbes Jahr bin ich nun zu spät dran, um "Offenders Of The Faith" passend zum Release eine Chance zu geben. Verschwenden wir also keine weitere Zeit und tauchen direkt in diese schwarze Thrash-Folterkkammer ein.
Ehrlicherweise bin ich ziemlich überrascht, dass es schon drei Jahre her ist, dass ich die letzte Scheibe der Sachsen rezensiert habe - diese EP namens "Raging Hell Rivers" kam sogar schon 2014 raus (so gesehen, hab ich es dieses Mal sogar recht schnell geschafft, ein Review zu einer ihrer Scheiben verfassen). Damals habe ich noch folgendes resümiert: "Ein sympathischer Dreher, der einerseits irgendwie in 80ern stehen geblieben ist, aber andererseits Lo-Fi-Sounds und übermäßige Distortion nicht zum Selbstzweck erhebt, sondern sinnvoll in seine Huldigung der alten Legenden einwebt"
2019 kann man im Grunde das gleiche über die drei Leipziger sagen. Das musikalische Konzept ist immer noch schnell, schwarzmetallisch, dreschend und ziemlich gemein. Allerdings ist man professioneller geworden. Der Sound klingt von Anfang an ausgewogener und kanalisierter, hat dabei aber nichts von seiner ungehobelten Rotzigkeit verloren. Noch immer wüten die Old-School-Freunde wie manische Tasmanenteufel durch ein Brett, dessen räudige Schroffheit irgendwo zwischen den ersten DESASTER-Veröffentlichungen und dem Sound von Nostalgikern wie MIDNIGHT oder OLD liegt. Jedoch ist der Anteil an Second-Wave-Black-Metal deutlich gestiegen. Wem BITCHHAMMER bisher zu wenig "skandinavisch" waren, der kann sich bei "Offenders Of The Faith" ein Loch in den Bauch freuen, vor allem was die Riffs angeht. Hier gibt es eine Menge Querverweise auf die zweite Black-Metal-Welle.  Fans von BATHORY und Co müssen sich jetzt aber auch nicht abgeschreckt fühlen. Das Fundament besteht wie man es bei den Herren erwartet aus puristischer Tradition. Mit 36 Minuten ist das Full-Length-Debüt auch sehr kompakt ausgefallen und lässt keine Gelegenheit für Langeweile. Im Gegenteil, die Motivation diesen Dreher gleich mehrmals hintereinander zu hören, wird durch die Kürze deutlich gesteigert. 

Insgesamt ist "Offenders Of The Faith" der perfekte Longplayer, um  im CD-Spieler eines halb-durchgerosteten Opel Kadett zu rotieren, während man sich mit seinen Kutten-Kumpels auf dem Parkplatz vor dem Tanus Metal Festival ein paar 5,0-Bierdosen reinlötet. Kurzum, wer Old-School Blackened Thrash in Reinkultur sucht und es bevorzugt, wenn Musiker wissen, was sie da an den Instrumenten tun, dann ist man bei BITCHHAMMER genau richtig.
Seit dem 26. April 2019 gibt es das Teil auf CD unter anderem bei Bandcamp.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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