Freitag, 8. März 2019

CD-Review: Optimist "Vermächtnis"

Danke erst mal an Totgehört und Adrian für die Möglichkeit euch diese Zeilen lesen zu lassen (Anmerkung der Redaktion: Ich habe zu danken!). Hier soll es jetzt aber um die Band OPTIMIST gehen und deren neuen Scheibe "Vermächtnis". 

Die Vorgeschichte der Band ist nicht ganz uninteressant, weswegen ich hier erst mal ein wenig aushole, man sehe es mir nach. Ursprünglich formierte man sich 1999 unter dem Namen END OF DAYS mit einer eher Hardcore-/Metalcore-Ausrichtung. Nach einem 3-Song-Demo 2000 und einer 6-Track-EP 2003, veröffentlichte man 2005 dann das erste Album und hatte sich bis dahin auch eher zu einer (Old-School) Death Metal Band ausgerichtet. Ich würde sie als Hardcore beeinflusste OBITUARY bezeichnen. Blumentöpfe gewannen die fünf Jungs aus Bottrop in der damaligen Presse nicht gerade, waren die Wertungen doch eher in der Mitte der Skala. Sähe heute eventuell anders aus. 2007 legten die Jungs von END OF DAYS dann auf Eis, brachten 2010 unter dem Namen aber nochmal eine Demo unters Volk. 
Zeitgleich waren und sind noch Drummer Frank und Bassist Micha in der Band BYBLIS (1999 bis 2005 unter dem Namen ALABAMA ROADSTARS als Metalcore-Band) aktiv und spielen dort eher Blackend Death Metal. Soweit die Vorgeschichte(n) zur Band OPTIMIST, welche dann 2010 mit der gesamten END-OF-DAYS-Crew ins Leben gerufen wurde. Wahrscheinlich entschied man sich durch die Einflüsse von BYBLIS dann auch mit OPTIMIST eher in die Richtung Blackend Death Metal zu gehen, allerdings mit deutschen Texten. 2012 wurde dann das erste Demo (zwei Songs plus Intro) eingespielt. 2014 folgte das erste Album "Entseelt" (12 Tracks), welches dann schon mit um die 80% Wertungen um einiges besser ankam als END OF DAYS. 2016 veröffentlichte man dann "Der Zerfall" (3-Track-Vinyl-EP). Am 01.02.2019 kam dann "Vermächtnis", worum es in dem bisher schon viel zu langem Text eigentlich die ganze Zeit schon gehen sollte. Erst mal was zu den harten Fakten. Das Album umfasst 10 Songs plus Intro, das Scheibchen ist leider nach auch schon knappen 26 Minuten durchgedreht (nein, keine Grindcore-Scheibe), das Intro ist mit 2:19 schon einer der längeren Tracks. Geschnörkel gibt es bei den Songs nicht wirklich, weswegen sie auch recht kurz sind. 
Vom Stil her ist man instrumental mehr Death Metal mit Hardcore-Einflüssen. Recht tiefe und rohe Gitarren und Bass, meist schnell gespielt, aber in der Grund-"Melodie" eher langsam bis mittelflott. Eher langsam, schleppende Parts finden wir aber genauso, wenn auch nicht all zu oft. Hier stechen die Songs 'Rattengier' und 'Richtwahn' in meinen Auge, denn diese sind schon, verglichen mit dem Rest der Scheibe, purer Doom und erinnern mich ein wenig an frühe TOTENMOND. Die Drums treiben die Songs in einem recht flotten Tempo durch die Ohren. Gesanglich würde ich das heißere Gekeife und Gebelle in Richtung Black-Metal  einordnen wollen. Kevin kotzt und rotzt uns hier die ganze Scheibe hindurch durchaus hasserfüllte und auch gesellschaftskritische Texte entgegen. Ein Blatt vor den Mund genommen wird hier jedenfalls nicht. Wäre aber in dieser Ecke des Metals, absolut Fehl am Platz. 

Ich finde es aber immer mal wieder schön zu sehen, dass Bands auch bewusst auf deutschsprachige Texte setzen, denn auch die deutsche Sprache gibt mehr her als es Schlager vermuten lassen würde. Auch passt die harte deutsche Sprache sehr gut zu den tiefen, harten und schnellen Gitarren. Leider fehlt es der Scheibe an einigen Ecken an Abwechslung, so sind der Song 'Das Ende allen Seins' und 'Lethargie' nicht nur fast gleich lang (1:45 und 1:44), sondern auch ansonsten fast identisch. Okay, HAEMORRHAGE macht es in noch extremerem Ausmaße vor, aber bei Grindcore/Goregrind erwartet wirklich niemand was anderes. Hier sollte man bei der nächsten Scheibe doch bitte etwas kreativer sein. Lägen die Songs nicht auch noch so nahe beieinander (der zweite beziehungsweise vierte Track) würde es eventuell auch nicht mal so sehr auffallen.
Wer nun interessiert ist besucht die Band auf Facebook oder kauft den Dreher direkt auf Bandcamp, wo es seit 01.02.2019 erhältlich ist.

7,5 von 10 Punkten

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