Montag, 4. März 2019

CD-Review: God Disease "Drifting Towards Inevitable Death"

Eigentlich startete die Karriere der Finnen von GOD DISEASE bereits 2010 aber nach einigen guten Demos, vielen Besetzungswechseln und sogar einer zwischenzeitlichen Auflösung hat sich der Release ihres ersten Albums doch fast eine Dekade hingezogen. Mit "Drifting Towards Inevitable Death" erschien bereits im Februar das Full-Length-Debüt bei FDA Records.
Etwas mehr als 50 Minuten Spieldauer verteilen sich hier auf acht Titel und
lediglich ein Song unterbietet die Sechseinhalb-Minuten-Marke. Auf dem Papier hört sich das nach einem ziemlich ausladenden Werk an und ich müsste lügen, wenn ich sage, dass hier von Sekunde eins an die Hütte brennt - ich würde es vielmehr als Schwelbrand bezeichnen. Eigentlich ist es völlig verwirrend, dass man nicht auch "Doom" als Genrebezeichnung mit anführt. Denn die Atmosphäre der meisten Tracks ist mit einem Grill zu vergleichen, dessen Glut nach einem ausgiebigen BBQ nur noch am Glimmen ist und sich die meisten Brickets schon in weiße Asche verwandelt haben. Das soll nicht despektierlich klingen. Gerade der Titeltrack hat eine mächtige Ausstrahlung und wirkt erhaben wie eine kalbender Gletscher, aber in weiten Teilen fehlt es dem Release an spannenden Ankerpunkten. Besonders das erste Drittel plätschert ziemlich ereignisarm vor sich hin, da tragen die tief-grollenden aber leider etwas monotonen Grunts von Fronter Ilkka auch nicht viel zur Lösung dieser Problematik bei. Handwerklich ist das Album nicht schlecht gemacht - es gibt einige tolle Riff-Ideen und interessante Arrangements, aber auch nach mehreren Durchläufen will sich die ganz große Begeisterung einfach nicht einstellen.
Vielleicht bin ich auch nicht die richtige Zielgruppe für GOD DISEASE, aber "Drifting Towards Inevitable Death" schafft es nicht mich zu begeistern. Auch wenn ich normalerweise immer für einen Mix aus Doom und Death Metal zu haben bin (ich liebe zum Beispiel EVOKEN und OPHIS), langweile ich mich hier die meiste Zeit über. Zumindest ein paar mehr schnelle Ausreißer und stilistische Farbwechsel würden diesem Opus sicherlich nicht schaden. So bleibt mir leider nichts anderes übrig, als diese Platte nur jenen Hörern zu empfehlen, die ohnehin mehr auf orthodoxen Funeral Doom stehen und sich als Haustier im besten Fall ein Faultier halten. Schade, da wäre mehr drin gewesen.
Seit 15.02.2019 kann dieser Dreher bei FDA Records bestellt werden.

5,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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