Dienstag, 22. Januar 2019

Reingehört: Uuntar "Voorvaderverering"

Woran denkt ihr, wenn ihr "Pagan Metal aus den Niederlanden" hört? Richtig, an HEIDEVOLK. Das war auch mein erster Gedanke, aber UUNTAR (germanisch für "Winter") hat nur sehr wenig mit dem (meist) gut-gelaunten Folk-Melodien der Gelderländer zu tun. UUNTARs Liedgut vom Debütalbum "Voorvaderverering" (zu Deutsch "Ahnenverehrung") ist deutlich schwärzer und verrauschter als alles, was die genannten Kollegen von Napalm Records je aufgenommen haben.
Dass man es bei den sechs Stücken keine Hochglanz Produktion erwarten sollte,
steht bereits im Waschzettel. Die Platte, die es auf insgesamt 33 Minuten bringt, wurde von dem Duo (bestehend aus Nortfalke und Herjann) in Eigenregie eingeprügelt und aufgenommen.  Der räudige Black Metal lässt abseits der Lyrics nur wenig Raum für heidnische Klangkunst und beschränkt sich auf dezente Epik aus dem Keyboard. Das ist allerdings alles andere als ein Problem. Die einzelnen Werke erinnern allesamt an paganen Schwarzmetall der Neunziger Jahre. Vor allem WINDIR, FALKENBACH und ENSLAVED in ihren frühen Tagen dürften sehr großen Einfluss auf UUNTAR ausgeübt haben. Allerdings verwundert das auch kaum. Beide Musiker sind bereits langjährige Mitglieder des extremen Untergrunds und haben sich zum Teil ihre Sporen in Truppen wie HEIMDALLS WACHT, CULTUS oder KJELD verdient. Diese Erfahrung zahlt sich auch musikalisch aus. Die Songs gehen allesamt hervorragend runter, haben einen herrlich erhabenen Old-School-Vibe und besitzen das gewisse etwas, was Second Wave Black Metal so unwiderstehlich macht. 

UUNTAR sind die Pagan Metaller für all jene, die keine Lust auf Methornromantik und Trötengedudel haben.  "Voorvaderverering"  erfindet das Rad nicht neu - zum Glück! Denn wenn es etwas 2019 zu wenig gibt, dann ernsthaften Old-School Black Metal mit heidnischer Thematik. Wer BATHORY und (alte) ULVER liebt, sollte hier auf jeden Fall zugreifen. 
Bereits 2010 aufgenommen erscheint das Debüt der Niederländer am 4. Februar 2019 bei Heidens Hart Records.

[Adrian]

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