Mittwoch, 12. September 2018

Reingehört: Vermilia "Kätkyt"

Frauen in Metal-Bands sind zwar keine Seltenheit mehr, aber weit davon entfernt im selben Maße vertreten zu sein wie die männliche Zunft. Noch seltener allerdings sind weibliche Solo-Projekte. Das finnische Projekt VERMILIA der gleichnamigen Multi-Instrumentalistin ist die erste Ein-Frau-Band im Pagan Black Metal - die zumindest mir bekannt ist. Vor kurzem ist mit "Kätkyt" das erste Album erschienen und kann in Gänze bei Bandcamp angehört werden.
Mein erster Gedanke während des ersten Durchlaufs des Albums ist: "Wenn das
alles eine Frau alleine gemacht hat- dann Hut ab!" Das klingt jetzt sexistischer als es gemeint ist. Denn die Betonung liegt hier auf "EINE Frau". Die Stimmbandbreite der Finnin ist beachtlich und so wechselt sie immer wieder zwischen düsterem Grollen, keifenden Screams und cleanen Arien. Ja, ich weiß, Bands wie ARKONA oder GRAI haben schon längt bewiesen, dass Frauen mehr als nur eine Gesangsart beherrschen können. Jedoch empfinde ich den Kontrast zwischen den einzeln Elementen hier besonders überraschend.  Zugegeben, manche Sirenengesänge bräuchte ich nicht, aber in Gänze überwiegt das Positive. Gerade ein Song wie 'Saattaja' offenbart die kompositorischen Stärken dieses Projekts. Hier stehen atmosphärische Black Metal Gitarren, neben progressiv folkigen Arrangements und todesmetallischen Wendungen und was soll ich sagen: es funktioniert. 
Ehrlich gesagt, hatte ich zuerst meine Bedenken. Nicht weil es ein weibliches Solo-Projekt ist, sondern weil mir diese Einen-Personen-Kapellen zuletzt nicht nur gute Alben vorgelegt haben und oft bewiesen haben, wieso es manchmal gut ist sich mit anderen Musikern im Rahmen einer vollwertigen Band auszutauschen. Im Falle von VERMILIA funktioniert das Konzept jedoch weitestgehend.  "Kätkyt" ist alles in allem ein ordentliches Pagan Black Metal Album, das mir zwar stellenweise etwas zu verspielt ist, aber Freunde der bereits genannten Referenzen Spaß machen wird.
Seit 29. Juni 2018 gibt das Debütalbum der Finnin bei ihr selbst zu erwerben.

[Adrian]

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