Samstag, 19. Mai 2018

CD-Review: Insulter "The Misanthrope"

In diesem Frühjahr ist mit "The Misanthrope" das zweite Album der hessischen Blackened Thrasher INSULTER erschienen und sollte bereits die Herzen der Fans von DESASTER und NOCTURNAL höher schlagen lassen. Mit knapp dreimonatiger Verspätung haben wir uns mit dem Dreher näher beschäftigt und fühlen uns befähigt unseren Senf dazu abzugeben.
Innerhalb von knapp 36 Minuten rattert das Trio aus Friedrichsdorf acht Titel plus Intro runter und prügelt sich dabei so sympathisch nostalgisch durch die
Landschaft, dass jedem Hörer bereits nach den ersten drei Titeln Killernieten aus den Unterarmen gewachsen sein sollten. Aber auch der schwarzmetallische Anteil wurde spürbar erhöht und kommt immer wieder in kreissägenartigen Riffs und fauchigen Vocals zum Ausdruck. Black Metal gibt es hier allerdings vor allem in Form von Querverweisen zur ersten Welle in den 80er Jahren. Man hört ganz viel (frühe) BATHORY, VENOM und SODOM heraus, aber vor allem auch  "A Touch Of Medieval Darkness" (dem 96er Debüt von DESASTER) hat hier einen deutlichen Eindruck hinterlassen. Das sind keine schlechte Einflüsse und auch die Umsetzung ist äußerst stringent und authentisch gelungen. Bereits das trashige Artwork erinnert gnadenlos an die Demos der andere Genre-Ikonen aus der Frühzeit des extremen Metals. Ein keltisch-frostiges "Ugh!" wie zum Beispiel in 'Horny Necromaniac' ist da eigentlich nur die Kirsche auf der Sahnehaube. Der beste Mitmach-Song der Platte ist übrigens 'Zombie Forces', dass mit seinem Chorus "Zombie Killing Spree, Demonic Evil Forces" jeden noch so trägen Sesselpupser zum mitsingen animieren dürfte.
Insgesamt ist "The Misanthrope" das perfekte Album für Fanatiker des Blackened Thrash Metal und Jünger der ersten Schwarzmetallwelle. INSULTER liefert einen traditionsbewussten Brecher ab, der seine Paten zu ehren weiß. Die Genregrenzen sind dabei naturgemäß eng abgesteckt und bei solchen Old-School-Kapellen erwartet aber auch niemand ernsthaft eine musikalische Revolution. Hier gibt etwas mehr als eine halbe Stunde rotzigen Thrash-Spaß und dieses Konzept geht wunderbar auf. In diesem Sinne: Thrash 'Til Black!
Seit 02.03.2018 gibt es das Album bei Witches Brew abzugreifen.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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