Donnerstag, 15. März 2018

Throwback Thursday: Officium Triste "Mors Viri"

Heute kommt der Throwback Thursday fast am Freitag (beziehungsweise für alle dürfte es inzwischen nach Mitternacht sein). Nichtsdestotrotz habe ich mit "Mors Viri" ein echtes Schwergewicht des Doom Death Metal im Gepäck, das bereits letzten Freitag sein fünftes Wiegenfest feiern durfte. OFFICIUM TRISTE hat seitdem auch keine neue (vollwertige) Scheibe herausgebracht weswegen es vielleicht nicht verkehrt ist, die Niederländer daran zu erinnern, dass wir bereits eine halbe Dekade auf den nächsten großen Wurf warten. Weil die Platte so stark ist, gibt es heute mein Powermetal.de-Review von damals in voller Länge und unverändert weiter unten zu lesen - seinerzeit habe ich mit 9,5 von 10 Punkten fast die Höchstnote gezückt. 
Nachdem es Anfang März richtig mild und warm geworden war, kam zuletzt der Winter mit aller Härte zurück. Ob das mit dem Release des neuen OFFICIUM TRISTE-Albums zusammenhängt, kann nicht ausgeschlossen werden. Denn die Niederländer spielen auch ihrer neuer Scheibe "Mors Viri" feinsten Doom-Death Metal, der so schwermütig und düster ist wie die finsterste Polarnacht.
Auf insgesamt 47 Minuten zeigen uns die Westeuropäer, wie man schleppenden Doom und morbiden Death Metal zu einem ansprechenden Mix kombiniert, der an die herrlichen Glanztaten der einstigen Todesblei-Helden PARADISE LOST, MY DYING BRIDE und KATATONIA heranreicht. Denn ebenso wie die Vorbilder der frühen 90er ist auch hier ein gutes Mischungsverhältnis aus Downtempo Death, melancholischen Melodien und leicht gotischer Depression gefunden worden (was besonders eindrucksvoll im ausdrucksstarken 'Your Heaven, My Underworld' zur Geltung kommt). Anders als bei VENENUM oder SONNE ADAM vergräbt man sich hier nicht unter monolithischen Klangteppichen und setzt eher auf abwechslungsreiches Song-Writing als auf hypnotische Wiederholungen. Auch scheut man sich nicht davor bei manchen Stücken wie zum Beispiel 'To The Gallows' phasenweise cleane Vocals einzusetzen, um damit auch ein wenig dem klassischen Doom Metal zu huldigen. Abseits von einem 97-sekündigem Zwischenspiel sind alle Lieder wie dem Genre entsprechend lang bis sehr lang und überschreiten fast alle die sechs Minuten. Langweilig ist dabei aber keines der sieben vollwertigen Stücke und alle Titel überzeugen mit einem Wiedererkennungswert, der so im Death und Funeral Doom nicht selbstverständlich ist. Um so begeisterter ist man immer wieder, wenn  Melodie-gewaltige Tracks wie 'The Wounded And The Dying' aus den Boxen drängen. Gänsehaut ist bei den feinen und Detail-verliebten Riffs keine Seltenheit, gerade wenn man wie bei 'One With The Sea (Part II)" auf stromfreie Gitarren umsteigt und eine atemberaubende Atmosphäre erzeugt. Wer bis zu diesem Punkt noch nicht das Licht ausgeschaltet beziehungsweise die Rollladen heruntergelassen hat, um bei Kerzenschein und einem Glas Rotwein diesem Album zu lauschen, wird spätestens bei 'Like Atlas', dem über zehn Minuten langen Abschluss-Epos, dazu übergehen und sich vollends der Virtuosität der Holländer zu ergeben.


Insgesamt ist "Mors Viri" das, was man von OFFICIUM TRISTE gewohnt ist. Großartiger Doom Death mit dem gewissen Etwas, das die Niederländer von anderen Bands des Genres abhebt. Vielleicht liegt die Klasse der Band auch darin begründet, dass sie bereits seit fast 20 Jahren unterwegs ist und im Gegensatz zu den genannten Referenz-Kapellen, nie dem Death Metal abgeschworen hat, sondern ihren Sound perfektioniert hat. "Mors Viri" ist auch dadurch ein Pflichtkauf für alle Funeral-Doomer und Downtempo-Deather.
Diese Doom-Death-Gabe erschien am 09.03.2013  bei Hammerheart Records.

[Adrian]

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