Dienstag, 24. Oktober 2017

Unerhört: Exit Eden "Rhapsodies In Black"

Napalm Records schrecken ja bekanntlich vor nichts zurück, wenn man damit ein paar Euro verdienen kann. So tummeln sich in ihrem Portfolio haufenweise kitschige bis peinliche Gothic- und Metal-Acts, die zu Verballhornung beider Genre beitragen. Ganz besonders schlimm ist in diesem Zusammenhang die Grufti-Girl-Group EXIT EDEN und ihr Debüt "Rhapsodies In Black", die so elementar furchtbar ist, dass ich nicht anders kann, als sie euch vorzustellen. 
Ein kurzer Blick auf Wikipedia verrät, dass diese internationale "Band" aus vier Sängerinnen besteht, wobei die Instrumentalfraktion keine Rolle zu spielen
scheint. Das Ensemble ist vor wenigen Monaten auf YouTube aufgetaucht und hat sich mit einem RIHANNA-Cover die erste Aufmerksamkeit erwirtschaftet. Zu dem Vierer gehören übrigens unter anderem Amanda Somerville (bekannt durch Kollaborationen mit AVANTASIA oder EPICA) und Clementine Delauney (ehemals VISIONS OF ATLANTIS und SERENITY). Aktuell missbrauchen diese vier Diven in einem neuen Videoclip 'A Question Of Time' von DEPECHE MODE - so bin ich überhaupt erst auf diese Ansammlung Kuhmist aufmerksam geworden. Allerdings fallen auch andere Künstler den Sirenen zum Opfer und so müssen auch die BACKSTREET BOYS genauso herhalten wie LADY GAGA. Eine völlige Katastrophe! Durch den generischen Symphonic-Bombast und den Keyboard-Kitsch verliert jede Komposition ihren eigenen Charakter und klingt wie eine Parodie auf WITHIN TEMPTATION und NIGHTWISH. Das ist aber noch nicht das Schlimmste! Was ernsthafte Musikenthusiasten aufregen muss, ist die Tatsache, dass ihr Album "Rhapsodies In Black" tatsächlich auf Platz 15 (!!) der deutschen Charts gelandet ist. Man kann auf diese Platzierungen zwar nicht mehr viel geben, aber es ist erschreckend, dass knapp 15 Jahre nach dem großen Female-Fronted-Metal-Hype die Formel immer noch aufgeht. Es scheint wohl immer noch zu reichen Frauen mit Ausschnitt vor ein paar unkenntliche Statisten mit Metal-Gitarren zu stellen, um damit ein paar Scheine abzustauben. 

 Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass Leute wie ich nicht die Zielgruppe sind und niemand gezwungen wird Alben wie "Rhapsodies In Black" zu hören. Allerdings geht es mir um etwas anderes. Solche Bands machen es Frauen schwer in der Metal-Szene Fuß zu fassen und werfen jede emanzipatorische Bewegung um Jahrzehnte zurück. Eigene Songs? Egal! Instrumente spielen? Egal? Hauptsache man sieht sexy aus und jagt die Stimme durch Auto-Tune - dann wird es schon irgendwie klappen? Solange Labels wie Napalm Records keine Scheu kennen und dumpfe Konsumenten alles fressen was man ihnen vorsetzt, wird es auch in Zukunft Pop-Metal geben, der Geschlechter- und Szene-Klischees schamlos bedienen wird. Fuck The Commerce!

[Adrian]

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