Donnerstag, 5. Oktober 2017

Throwback Thursday: Spreading Miasma "Illumination"

Vor knapp fünf Jahren erschien die Debüt-EP der Gießener Death-Metaller von SPREADING MIASMA und vor genau fünf Jahren habe ich diese CD, die auf den Namen "Illumination" hört, rezensiert. Das war die erste und bis heute leider auch die letzte Platte, die ich von den Mittelhessen besprechen durfte. Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass die Diskographie des Fünfers seitdem nicht weiter gewachsen ist. An der Live-Front ist man zwar sehr aktiv, aber scheut scheinbar das Studio wie der Teufel das Weihwasser. Deswegen nutzen wir den heutigen Donnerstag, um die Hessen daran zu erinnern, dass sie der Szene mal wieder einen Release schuldig wären, und veröffentlichen mein altes Powermetal.de-Review (in gekürzter und formal aufgehübschter) Form.

Die fünf Songs plus Hidden Track machen wirklich keine Gefangenen und bolzen
in bester DEICIDE-Manier ohne Erbarmen durchs Gelände. Intro, Intermezzi oder gar Downtempo-Parts sucht man hier vergebens. Stets wird die unbändige Kraft des Highspeed-Riffings und des Sperrfeuer-Drummings genutzt, um eine eiskalte und lebensfeindliche Atmosphäre zu erzeugen. Der Sound ist unglaublich klar und wie es sich fürs Genre gehört, ist die technische Präzision ebenso wie die Variabilität der Gitarrenläufe sehr ausgereift. Immer mal wieder werden auch leicht melodische Akzente eingestreut, die an andere Technokraten wie NECROPHAGIST oder SECTU erinnern. Sehr konsequent wird dieses Konzept in 'Irate Goddess' umgesetzt, das sich äußerst furios darstellt.
'Demons Of The Past' wiederum ist unheimlich eingängig und hat einen heftigen Ohrwurmcharakter (was nicht gerade alltäglich ist für Tech-Death-Tracks).

Ein ebenfalls großer Pluspunkt ist das röchelnde Organ von Fronter Henning. Das sich sehr souverän in den Niederungen der Tonleiter bewegt, auch wenn ein paar einzelne Screams zwecks Auflockerung ganz nett gewesen wären. Allerdings sollte man nicht zu kleinlich sein. Für eine erste Duftmarke ist "Illumination" ziemlich stark geworden und liefert dem versierten Todesblei-Techniker das, was er von einem guten Death-Metal-Demo zu erwarten hat. Für den nächsten Release wäre allerdings ein wenig mehr Mut zur Individualität nicht verkehrt, um sich von der breiten Masse abzuheben. Jedoch ist es bei der technischen Klasse und der Power der Band nicht unwahrscheinlich, dass sie diesen Schritt schaffen werden.  
Diese Eigenproduktion erschien am 09.09.2012.

7 von 10 Punkten

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