Montag, 23. Oktober 2017

CD-Review: Jupiter Zeus "Eyes On The Prize

Na toll, ich habe gedacht, dass eine Band, die JUPITER ZEUS heißt, nur schlecht sein kann und hatte mich schon drauf gefreut zynische Euphemismen für ihre musikalische Minderwertigkeit zu finden. Aber diesen Gefallen tut man mir dieses Mal nicht! Denn die Australier taugen tatsächlich etwas und legen mit "Eyes On The Prize" einen hochinteressanten Heavy-Rocker vor. 
Mit 26 Bandjahren auf dem Buckel gehört das Quartett aus Perth nicht mehr zu
den Rookies und hat bereits eine feste Duftmarke in der Szene Down-Under hinterlassen. Irgendwo zwischen Space Rock, Doom und Psychedelic Metal sind die Männer anzusiedeln und verleihen den bekannten Mustern einen sehr eigensinnigen Touch. Während gefühlt täglich zwei bis drei Dutzend Kapellen gegründet werden, die sich dem Sludge und Stoner Rock verschreiben, und dabei völlig austauschbar und farblos klingen, überzeugen diese vier Herren durch Ideenreichtum und abwechslungsreiche Songs. 'Eyes On The Prize' geht knackig nach vorne und eröffnet die EP mit flottem Hardrock. Der Track geht so gut ins Ohr - so gut, dass er umgehend zu meinem Lieblingssong des Silberlings avanciert. Auch 'Saviour With Destruction' peitscht mit scharfen Stakkato-Riffs  vorwärts, bevor sich zu einem psychedelischen Doom-Monster auswächst und beweist, das monolithische Entschleunigung am besten zur Geltung kommt, wenn man ihr kantenreiche und rasante Ausbrüche gegenüberstellt. 'Read It and Weep' wiederum erinnert mich durch seinen hymnenhaften Gesang und epischen Aufbau an TÝR und schwenkt in der Mitte kurz von Polarmeer auf Wüstenrock um. Nach 'Midnight Renegade' und 'Arise', die auf den genannten Facetten aufbauen können, schließt JUPITER ZEUS "Eyes On The Prize" mit der schwer melodischen und geradezu balladesken Komposition 'Broken Plates', die an poppige Post-Grunge-Bands der 90er Jahre erinnert - nicht meine erste Wahl wenn es um Einflüsse geht, aber angesichts der musikalischen Herkunft der Band sind auch solche Einwürfe nicht überraschend. 

Die Australier sind unheimlich vielschichtig und liefern alles von Krautrock bis Groove Metal.  Sie haben vor allem mit dem Titeltrack einen echten Hit geschrieben, der auf jeden Fall live gespielt werden sollte. Insgesamt sollte also für jeden Hörer-Typus etwas dabei sein. Allein deswegen empfehle ich euch das Antesten dieser Platte.
Seit 3. Oktober gibt es diese EP bei der Band selbst zu erwerben.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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