Samstag, 6. Mai 2017

Editorial: 5 Gründe wieso Underground-Konzerte eure Unterstützung verdienen

Da wir heute im Second Home Ennerich (nahe Limburg an der Lahn) das Konzert von DEADWOOD und CHAEDRIST präsentieren, wollen wir euch fünf Gründe vorlegen wieso kleine Konzerte - unserer Meinung nach - mehr Spaß machen als die großen Mega-Events mit mehreren Tausend Zuschauern. 


1. Der Preis
Die Ticketpreise für Bands wie IRON MAIDEN, GUNS'N'ROSES oder METALLICA
sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Und auch für Festivals wie Wacken oder Summerbreeze muss man inzwischen dreistellige Beträge hinblättern. Das ist teilweise gestiegenen Rahmenkosten geschuldet, aber ist auch der Tatsache zu zuschreiben, dass die großen Bands vor allem durch ihre Tour sinkende Plattenverkäufe kompensieren wollen. Nichtsdestotrotz kann man auch für unter zehn Euro meist eine Menge Spaß haben, wenn man sich lokale Bands anschaut oder im Underground unterwegs ist. Regelmäßig schaffen es kleine Kapellen besonders kreative und anspruchsvolle Sets zusammenzustellen.

2. Mittendrin statt nur dabei
Quelle: Wikipedia.org, Metalheart (Iron
Maiden in Paris (Bercy Arena) on July 1st 2008)
Wenn man nicht gerade zwei Meter groß ist, hat man meistens das Problem auf Großveranstaltungen kaum etwas sehen zu können. Denn viel zu oft stehen gleich mehrere Hünen vor der eigenen Nase und man kommt nicht weit genug nach vorne, um die Lieblingsband ist einer höheren Auflösung als Briefmarkengröße sehen zu können. Um das zu verhindern -  kann man entweder versuchen als erster in die Halle zu kommen und seinen Platz in einer vorderen Reihe zu verteidigen (was dann aber keine weiteren Besuche am Bierstand oder der Toilette erlaubt), oder man geht auf ein kleines Konzert und kann sich einen Platz im Publikum entspannt aussuchen.

3. Das Gemeinschaftgefühl
Es klingt pathetisch, aber ein kleines Konzertpublikum lädt deutlich stärker dazu ein sich miteinander zu beschäftigen, ins Gespräch zu kommen und neue Bekanntschaften zu schließen. Auf großen Veranstaltungen ist das zwar auch nicht unmöglich, aber da man sich schneller aus den Augen verliert und die laute Masse an Menschen konstruktive Gespräche schwieriger machen, bleibt Socialising hier eher die Ausnahme.

4. Die familiäre Atmosphäre

Auch hier kann man eigentlich nicht alle über einen Kamm schären, aber umso größer die angebotene Veranstaltung ist, um so professioneller müssen alle Beteiligten sein, damit es läuft. Das hat aber auch den Nebeneffekt, dass man sich als einzelner Besucher meist wie Massenware vorkommt. Unfreundliche bis genervte Securties und gehetztes Thekenpersonal sind zum Beispiel zwei Symptome, die sich nur schwer vermeiden lassen, wenn über 500 Besucher auf ein Konzert strömen. In Jugendzentren, kleinen Clubs oder Underground-Bars wird man meist deutlich besser abgeholt und unter Umständen hat sogar der Besitzer des Schuppens Zeit sich mit einzelnen Zuschauern näher zu beschäftigen und kann witzige Anekdoten zum Besten geben.

5. Ambitionierte Musiker
Shows von Ozzy, Maiden oder METALLICA sind keineswegs schlecht - im Gegenteil diese Ikonen, wissen meist genau auf der Bühne, was sie tun müssen um ihre Fans zu begeistern. Problem ist dabei nur, dass sie dies bereits seit Jahrzehnten machen. Langjährige Fans kennen dadurch schon gewisse Elemente, Ansagen und Rituale auswendig und es besteht eher die Gefahr enttäuscht als positiv überrascht zu werden. Kleine Bands sind hingegen Wundertüten und man weiß vorher oft nicht was man zu erwarten hat. In jedem Fall kann man sich aber sicher sein, dass sie sich den Arsch abspielen werden (selbst wenn nur 15 Typen vor der Bühne stehen). Auch die Interaktionen mit dem Publikum finden auch einem ganz anderen intimeren Level statt als es bei den riesigen Rock-Shows jemals denkbar wäre. 

Diese fünf Punkte spiegeln natürlich nur unsere eigene Meinung wieder und sind keine allgemein gültigen Gesetze. Wenn ihr eine abweichende Meinung habt oder weitere Punkte hinzufügen wollt, lasst es uns ebenfalls in den Kommentaren wissen.

[Adrian]

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