Samstag, 23. Juli 2016

CD-Review: Voodus "Night Queen"

>"Night Queen" ist der Überschall-Tribut von VOODUS an die große Mutter der Mysterien der Nacht. Eine Königin, die hinter Sternen und Horizont haust. Der Schlüssel und der Schoss des Weges zur anderen Seite, Sitra Achra...<
Hach ja, wie sehr ich doch diese hilfreichen Waschzettel der Promoter liebe. Etwas aufschlussreicher ist da schon die beigelegte Biographie. So haben sich die Schweden bereits 2005 unter dem Namen JORMUNDGAND zusammengefunden und sich erst im letzten Jahr mit VOODUS einen neuen Namen gegeben. Unter dem alten Banner veröffentlichte man bereits zwei Demos und eine Full-Length - seit einige Monaten gibt es auch die erste Scheibe als CD im Angebot bei Heathen Tribes, die zuvor nur als MC zu bekommen war.
Musikalisch umfasst dieser Dreher fünf Songs, die insgesamt über 36 Minuten
schwarzmetallisches Vergnügen versprechen. Stilistisch bleibt man der Modus Operandi der Heimat treu. Dreckig, rotzig und ziemlich ungehobelt präsentiert sich der Black Metal des Quartetts. Wer WATAIN oder DEGIAL mag, ist hier genau richtig (vor allem 'The Burning Light Of Daath' weist heftige Bezüge zu genannten Referenzen auf). Orthodox wüten die Drums und verwaschen wabern die Riffs vor sich hin, um immer wieder eine morbide und obskure Atmosphäre zu erzeugen, die wiederum in okkulte Momente (wie in 'Mors Ianua Vitae') mündet.  Die zum Großteil sehr langen Songs lassen viel Raum, um die verschiedenen Seiten der Truppe perfekt herauszukehren. Heiß wie das Höllenfeuer brennen zum Beispiel die teuflischen Melodien in Tracks wie 'Via Nocturna' und die kehligen Screams bilden eine herrliche Ergänzung zum instrumentalen Kataklysmus, der das Fundament des Sounds bildet. Mit jedem Durchlauf wächst diese EP und macht mehr und mehr Laune. 

Alles in allem ist "Night Queen" ein toller Einstand für den Namenswechsel. Der Vierer weiß genau, was es braucht um traditionellen Black Metal durch die Anreicherung von Todesblei und Thrash noch bedrohlicher werden zu lassen. Vocals, Gitarren und Schlagzeug stehen hier nicht einfach nebeneinander, sondern zahlen stimmig aufeinander ein. VOODUS gehört definitiv zu den Aufsteigern des Jahres und sollte nicht ungehört am Untergrund vorbeirauschen. Schwedischer Schwarzmetall beweist auch hiermit wieder deutlich, dass er immer noch zum Besten zählt, was die Szene zu bieten hat. 
Seit 30. März kann das Digipak bei Heathen Tribes abgegriffen werden.

8,5 von 10 Punkten

[Adrian] 

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