Mittwoch, 15. Juni 2016

Event-Tipp: Schwarze Loge Ritus presents "Doom And Gloom"

Wer der Meinung ist, dass im Sommer nur die Freilichtbühnen bespielt werden, der täuscht sich gewaltig. Denn gerade die metallischen Nachtschattengewächse lieben es sich in Gewölben wie den Jazzkeller Hofheim zurück zu ziehen, um vor der Sonne geschützt (oder im Falle dieses Jahres vor Hagel und Sturm) düstere Klänge zu erleben. An diesem Samstag erhebt sich der Schwarze Loge Ritus ein weiteres Mal und bringt uns nach der "Zeremonie der Schatten" nun das "Doom und Gloom".
Den langen, harten Abend wird das Michelstädter Quartett von CHARIOT THRONE eröffnen. Die Südhessen haben sich 2011 zusammengefunden und sich dem klassischen Doom verschrieben. Mit "The Unholy Design" erschien im letzten September ihr erstes Full-Length-Album und erinnert an eine Vermischung von PENTAGRAM und alten ALICE IN CHAINS.
Noch frischer ist die Band, die nach den Odenwäldern die Bühne betreten wird. HEXER kommt aus Dortmund und wurde erst 2014 aus der Taufe gehoben. Ihre Melange aus Doom und Stoner ist bedrohlicher, zäher und insgesamt roher. Fiese Grunts und magmaartige Riffs bestimmen den Sound der Ruhrpottler.
Auch erst zwei Jahre im Geschäft ist das Karlsruher Dreigestirn WITCHFUCKER. Die Baden haben sich als Motto "Üntrve Bläck Metäl" auf die Fahne geschrieben. Das ist nicht nur der Titel ihrer ersten Demo, sondern umschreibt auch sehr gut die Unbeschwertheit mit der man auftrumpft. Lo-Fi, Dumpf oder zäh wie Leder? Erlaubt ist, worauf man Lust hat.
Ebenfalls erst zwei Jahre auf dem Buckel (scheint das Konzept des Abends zu sein) hat AD CINEREM. Eigentlich nur ein Duo (zumindest im Studio) aus Sachsen - spielen Val Atra Niteris und Hekjal (endlich mal wieder klangvolle Synonyme) druckvollen und bisweilen melodischen Black Doom Metal, der den Hörer gewaltsam einnimmt. Diesen Newcomer sollte man nicht verpassen.
Headliner des Abends ist das Limburger Phantom HESSAJA. Im Ernst, ich komme selbst aus Limburg - habe die vier Musiker selbst erst einmal auf der Bühne erlebt. Das mag daran liegen, dass die Mitglieder mit anderen starken Bands wie DROWNING IN PRECONCEPTION oder MINDPLAGUE23 ebenfalls unterwegs sind. Wie dem auch sei. Wer Sludge, dunklen Doom und dreckigen Death Metal mag, ist hier an der richtigen Adresse.
Ausverkauft ist das Event zwar noch nicht, aber bei einem Fassungsvermögen von 150 Personen, sollte man früh da sein um noch ein Abendkassenticket für 20 Euro zu ergattern. Die Anreise mit der S-Bahn 2 ist auf jeden Fall der einfachste Weg nach Hofheim, wo der Jazzkeller doch direkt an den Gleisen liegt. Deswegen sucht gar nicht erst nach Ausreden, streicht euch den 18. Juni rot im Kalender an und bewegt euch pünktlich zum Start um 19 Uhr in den Taunus. Domm or be doomed!

[Adrian]










Keine Kommentare:

Kommentar posten