Dienstag, 5. Januar 2016

CD-Review: Repulsive Aggression "Preachers Of Death"

Death Metal aus Norwegen ist zwar keine völlig abwegige Kombination, aber führt bei vielen Extreme-Metallern immernoch fast unweigerlich zu folgendem ersten Gedanken: "Müssten die nicht eigentlich Black Metal machen?" - So weit, so vorurteilsbelastet. Die drei Herren von REPULSIVE AGGRESSION aus Oslo sind in jedem Fall keine Schwarzheimer, sondern spielen auf ihrem zweiten Album "Preachers Of Death" bodenständigen Death'n'Thrash, der sich mit eigengängigen Riffs vor allem an die lärmende Basis richtet. 
Eines vorneweg, die Aussage der Einleitung, dass das Trio überhaupt nichts mit
Black Metal am Hut hat, ist so auch nicht richtig. Gerade in Songs wie 'Lord Of Men' oder 'Beat 'Em Down' finden sich zumindest eine Menge Blackened-Thrash- beziehungsweise Black'n'Roll-Bezüge, wodurch sich die geographische Herkunft der Jungs nicht ganz leugnen lässt. In der Hauptsache allerdings fußt der Dreher auf einem gradlinigen Thrash-Fundament, das mit tief-gestimmten Gitarren, Grunts  und einigen Blast-Beats angereichert wurde. Das ist durchaus effektiv und geht umgehend ins Ohr so wie in den Nacken, ein schönes Beispiel ist hier 'Reign'. Allerdings ist das auch nicht wirklich mitreißend oder hinterlässt viel Eindruck. Ein Song wie zum Beispiel 'Patricide' wurde bereits in sehr ähnlicher Form von NIHILIST geschrieben (hört euch zum Vergelich mal 'But Life's Goes On' an), was nur ein Beispiel dafür ist wie viele fremde Einflüsse und wie wenige eigenständige Facetten diese Platte bilden.

Insgesamt hinterlässt "Preachers Of Death" deswegen ein gemischtes Gefühl bei mir. Für das schnelle Kopfnicken zwischendurch sind die Norweger perfekt. Ihre Musik klingt vertraut und bietet das, was man von einem thrashigen Death-Metal-Release erwartet. Leider hat REPULSIVE AGGRESSION darüberhinaus nur wenig zu bieten, um sich in den Gehörgängen nachhaltig festzusetzen. Auf einem Todesstahl-Festival mit vielen anderen Bands dieses Genres, würde man am Ende des Tages höchstwahrscheinlich vergessen haben, dass die Jungs ebenfalls dort aufgetreten sind, auch wenn man während sie gespielt haben in der ersten Reihe die Birne geschüttelt hat. Wie könnte man das besser machen? Meiner Meinung nach durch eine stärkere Einbeziehung der heimischen Einflüsse, um sich besser von schwedischen Deathern abzugrenzen. Denn wenn es uns im Moment an einer Metal-Gattung nicht mangelt, dann an Elchtod.
Wer sich selbst von diesem Treiben überzuegen will, hat seit dem 30.10.2015 bei Schwarzdorn Production die Chance dazu.

6 von 10 Punkten

[Adrian]

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