Donnerstag, 10. September 2015

Reingehört: Journey Of D.C. "MCMXCII"


A Blast from the Past! So oder so ähnlich kann man JOURNEY OF D.C. in einem Satz beschreiben. Denn auch wenn es sich bei der Frankfurter Kapelle an sich um eine neue Band handelt, die sich erst vor knapp zwei Jahren zusammengefunden hat. Entführt uns die Geschichte der Musiker zurück ins Jahr 1992 als Gitarrist Stefan und Bassist Kai die Gruppe DARK CATHETRAL gründeten und dem (Old-School) Death Metal fröhnen. Nach einigen LIne-Up-Wechseln und einigen Zwangspausen kehren die Hessen nun reformiert zurück und haben mit "MCMXCII" eine Demo (in Albumlänge) im Gepäck, die die alten Zeiten wieder auferstehen lässt.

Man könnte diese Scheibe auch als Album bezeichnen, aber Sound ist dafür zu

roh und harsch (was der Old-School-Death-Ausrichtung entgegenkommt). Von einem Garagen-Klang ist man auf der anderen Seite aber auch weit entfernt. Man merkt lediglich, dass JOURNEY OF D.C.  sich selbst um die Produktion gekümmert und dafür einen gute Job gemacht hat. Die Drums scheppern authentisch und klingen im Gegensatz zu vielen Studioproduktionen angenehm ungetriggert. Der ultra-tief grollende Gesang von Fronter Markus klingt selbst für Todesblei-Maßstäbe sehr gutteral, aber besitzt gleichzieitg auch viel Energie und Biss. Stilistisch hat dieses Werk viele Paten. Ein Song wie 'Lost Soul' erinnert beispielsweise ein wenig an BOLT THROWER oder ASPHYX. Andere Songs wie 'Ecocide' wiederum erinnern stärker an Truppen wie IMMOLATION. Dazu kommen dann auch noch einzelne Black-Metal-Riffs, die sich wie bei 'Weckt Die Toten' einbringen und dem Release ein dunkleres Erscheinungsbild geben. 
Insgesamt macht JOURNEY OF D.C. einen sehr guten Eindruck. Kai und Stefan bleiben dem Stil der schon 1992 populär war, konsequent treu und reichern ihren Death Metal mit einigen angschwärzten Elementen, ein wenig Downtempo und einer starken Instrumentalarbeit an. Generell wäre allerdings noch spannend zu sehen, was ein externer Produzent noch aus den Frankfurtern herauskitzeln könnten. Die Recordings sind zwar an sich anständig, aber gerade beim Mischungsverhältnis aus Gesang und Schlagzeug lässt bestimmt noch an ein paar Stellschrauben drehen. Dennoch hebt sich JOURNEY OF D.C. problemlos von den vielen Copy-Cats der Death-Metal-Szene ab und ist bestimmmt auf der Bühne eine Macht (die CD lässt diesen Schluss zumindest zu). Antesten lohnt sich hier auf jeden Fall.
Ab wann diese Scheibe offiziell zu bekommen sein wird ist, ist schwer zu sagen (dazu liegen mir keine Infos vor und im Netz findet man auch nichts). Bei solchen Fragen verweise ich einfach mal an die Band selbst.

[Adrian]

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