Montag, 31. August 2015

CD-Review: Nerlich "Eternity's Gate"


Das Underground-Label FDA Rekotz hat mal wieder zugeschlagen! Mit NERLICH hat die Death-Metal-Schmiede einen dicken Brocken aus Finnland an Land gezogen. Das 2003 gegründete Duo aus der Nähe von Helsinki hat sich neben einem Album bereits mit dem Release einiger EPs und Demos hervor getan und kommt in diesem Oktober mit einem neuen Mini-Album um die Ecke, das auf den Namen "Eternity's Gate" hört.
Die vier Tracks sind, wie man es von anderen Vertretern Suomis kennt, sehr
eigenwillig und lassen sich nicht direkt einer Todesblei-Schule zuordnen. Der Klang ist schwedisch-dreckig aber beheimatet auch eine düstere, schwere Morbidität in sich, die auch in Mitteleuropa und Amerika weitverbreitet ist. Darüberhinaus ist man auch technisch versiert (besonders gut in 'Mercury And Acetates (Parts 1&2)' zu hören) und haut anspruchsvolle Riffs heraus, die diese EP in die Nähe von frühen Tech-Deathern rücken ohne dabei zu vertrackt zu sein oder sich in Frickel-Orgien zu verlieren. Die Mixtur ergibt einen dunkel wabernden Sound, leicht ähnlich dem, was auch die Label-Kollegen von OBSCURE INFINITY spielen, aber mit einem etwas anderen Ansatz. NERLICH scheint nämlich deutlich mehr von Landsmännern wie FUNEBRE und DEMILICH inspiriert worden zu sein, als vergleichbare Gruppen jenseits von Lappland. Es herrscht zwar mehr Struktur und Ordnung im Song-Aufbau als bei den Referenzen, aber die eingeschlagene Richtung ist in etwa dieselbe.
Alles in allem ist der neuste Output der beiden Nordmänner eine lohnenswerte Angelegenheit für traditionsbewusste Death-Metaller, vor allem wenn man ein Fan der finnischen Spielart ist. Ich muss zwar zugeben, dass es schwer geworden ist, bei der Flut an neuen Old-School-Death-Scheiben als Band noch aus der Masse herauszustechen. Man wird halt nicht mehr permament vom Hocker gerissen, aber das was NERLICH macht, ist ein sehr hochwertiges Handwerk. "Eternity's Gate" sieht nicht nur aus wie ein Dreher aus den frühen Neunzigern, sondern klingt auch so. Wer es authentisch mag, ist hier genau richtig. Kurzum: es ist Death Metal für Genießer und anpruchsvolle Puristen. Wer lieber sein Methorn kreisen lässt und Finnland mehr mit KORPIKLAANI und NIGHTWISH verbindet, sollte lieber einen Bogen um dieses Duo machen, denn hier macht man sich ordentlich dreckig und atmet förmlich den Verwesungsgeruch von faulem Fleisch ein, während die vier Songs aus den Boxen dröhnen. 
Wenn ihr euch also an NERLICH herantrauen wollt, streicht euch den 02.10.2015 im Kalender an, denn da erscheint die neue Scheibe als Vinyl und CD bei FDA-Rekotz.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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