Donnerstag, 25. Juni 2015

Tape gehört: Morbid Panzer "Demo MMXV"

Ihr mögt abgefuckten Extreme Thrash Metal? Dann ist vielleicht MORBID PANZER genau das Richtige für Euch. Das Berliner Abrissquintett hat gerade über das Qualitätslabel Weed Hunter Records seine erste Demo veröffentlicht, die simpel als "Demo MMXV" gezeichnet wurde.
Simpel ist auch die musikalische Idee hinter dem Debüt: einfacher 80s Thrash mit einer ordentlichen Portion Proto-Death und urtümlicher Schwärze. Die sechs
Tracks klingen wie eine Mischung aus Proberaumstücken von MANTAS, POSSESSED und SLAUGHTER. Die fünf Hauptstädtler prügeln sich ziemlich unorthodox durch die Tracklist und bieten vor allem gesanglich ein breites Spektrum aus Shouts, (hohen) Screams und Grunts an, die völlig unverfroren miteinander verbunden werden. werden. Auch die Gitarren lassen sich nicht lumpen und wechseln zwischen Thrash, frühem Death Metal und Rock'n'Roll beschwingt hin und her. Besonders die rockigen Anteile stehen der Band gut zu Gesicht und mit 'Black Rider Of Madness' liefert man einen waschechten Hit ab, der viel VENOM- und (frühen) BATHORY-Einfluss ausstrahlt. Auch wenn die Tracks beim besten Willen kein Preis für Komplexität oder Varianz gewinnen ('Wizard Hunger' ist beispielsweise sehr repetitiv), stellt sie doch etwas ganz Besonderes dar. Denn im Gegensatz zu anderen Bands, die versuchen den Sound der Bay-Area oder den Geist Stockholms und Tampas zu beschwören, bekommt man hier ein Gerumpel auf die Ohren, das sich daran orientiert, was viele alte Helden heute versuchen zu ignorieren: die eigene Frühphase. Denn exakt diese Aufbruchsstimmung fängt MORBID PANZER ein. Die Texte sind herrlich infantil übertrieben (mit jeder Menge Hexen, Blut, Dunkelheit und natürlich Satan), das Song-Writing ist auf das nötigste reduziert und der Sound ist so wunderbar anachronistisch und authentisch, dass man es jedem alten Tape-Trader für Unsummen als Rarität einer verschollen Underground-Legende aus Südamerika verkaufen könnte. 

Ich für meinen Teil bin überzeugt! MORBID PANZER besetzt mit seiner ersten Demo eine Nische, die so noch nicht viele  Newcomer für sich entdeckt haben. Allerdings wird es Zeit, das sich mehr junge Thrasher dieser Schublade annehmen. Denn mit immer neuen US-Metal-Aufgüssen wird man den klassischen Thrash nicht aus seinem Dornröschenschlaf wecken können. Die Berliner machen es mit ihrer Melange aus steinzeitlichem Extreme Metal und rotzigem Thrash genau richtig und zeigen den ganzen Bay-Area-Möchtegerns den Finger. So geht extremer Thrash Metal, ihr Pussies!
Seit 11.06.2015 gibt es das Tape in einer Auflage von 200 Stück bei Weedhunter Records.

[Adrian] 

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