Freitag, 22. Mai 2015

CD-Review: Foscor "Those Horrors Wither"

Extreme-Metal-Bands aus Spanien haben es schwer internationale Aufmerksamkeit zu erhalten. Kein Wunder, die iberische Halbinsel hat generell nur wenige relevante harte Acts hervorgebracht und so gibt es auch Truppen wie FOSCOR , die seit fast 20 Jahren quasi unbemerkt vom Rest Europas musizieren und bereits im vergangenen November mit "Those Horrors Wither" ihren vierten Studio-Longplayer veröffentlicht haben. 
Ich kannte die Katalanen bisher zwar auch nicht, aber ihr Stil ist alles andere als
handelsübliches Schwarzmetall. Neben Screams setzt der singende Basser Fiar auch immer wieder klaren Gesang ein, der eher an den Frontmann einer progressiven Metal-Gruppe aus den 2000ern erinnert, während die Riffs wieder in eine andere Richtung tendieren und sich ein wenig an AHAB und OMEGA MASSIF anzulehnen scheinen. Das ist eine ziemlich wilde Mischung, an die man sich auch erst einmal gewöhnen muss - beim dritten Titel 'Senescènia' ist man dann unter Umständen schon mit dem Stil halbwegs warm geworden, um im direkten Anschluss mit 'L.amor.T'erneut einen Schlag vor die Kauleiste zu bekommen. Denn dieser Track ist vielen Bereichen schrecklich melodisch und klingt gerade zu Anfang wie eine Nu-Metal-Ballade. Diese Komposition wird zwar im Verlauf der Spielzeit besser, aber ist in weiten Teilen zu langweilig. Auch der Folgetitel schlägt zu sehr in diese Kerbe und drängt die extremen Passagen zu sehr in den Hintergrund. Es gelingt zwar immer wieder eine düstere Atmosphäre durch monolithische Klangteppiche zu erschaffen, aber mitreißen können sie im Gegensatz zu den weiter oben genannten Doom-Referenzen nicht wirklich. 'Graceful Pandora' offenbart im Anschluss ein weiteres Problem des Song-Writings. Denn hier verausgabt sich Sechssaiter-Abteilung zu sehr in Prog-Gefilden und erschafft ein völlig unnötig vertracktes Machwerk, das kaum eine Chance hat sich im Gehörgang festzusetzen und das obwohl es an sich ziemlich repetierend ist. Ein symptomatisches Problem: denn trotz der Tatsache, dass viele Riff-Folgen mehrfach verwendet werden, wirken die Strukturen überladen und blockieren die guten Ansätze, die durch düstere Black-Metal-Bestandteile und fette Klangwände entstehen könnten. 

Insgesamt ist es deswegen fast schon schade dieser Scheibe nur eine Punktzahl im unteren Mittefeld zu zugestehen, aber so gut mir auch viele einzelne Details (insbesondere der extreme Anteil) gefallen, so schlecht wurden diese mit (gewollt) modernem Prog und drögem Melo-Doom verwässert. "Those Horrors Wither" ist so auch maximal Fans von melodischen KATATONIA-Auswüchsen zu empfehlen. Leute, die aufgrund der Etikettierung richtigen Black Metal von FOSCOR  erwartet haben, werden leider enttäuscht sein. Und so bleibt es dabei, dass auch diese Kapelle aus Spanien kein Glück außerhalb Spaniens haben wird. Da helfen auch keine 18 Jahre Bandhistorie mehr.
Nichtsdestotrotz kann man seit 25.11.2014 bei Alone Records genannte Scheibe erwerben.

5 von 10 Punkten

[Adrian]

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