Samstag, 11. April 2015

CD-Review: Goatblood "Adoration of Blasphemy and War"

Wer ARCHGOAT und IMPIETY abfeiert wird GOATBLOOD lieben! Das Duo aus Kleve in Nordrhein-Westfalen ist die personifizierte Definition der Worte Blasphemie und Krieg und passenderweise sind diese beiden Worte auch im Titel des Debütalbums "Adoration of Blasphemy and War" enthalten.
Wie auch bei anderen Kapellen des War-Black-Metal-Genres gilt auch hier die
Regel: Entweder liebt man es oder man hasst es! Dazwischen kann es nicht viel geben. Denn mit Gefälligkeit hat diese Art von Metal nichts zu tun. Roh, kratzig und rotzig ballern die 15 Tracks aus den Boxen, die im Schnitt kaum länger als zwei Minuten sind. Wie eine Sturmfront schlagen dem Hörer die kantigen Riffs und scheppernde Drumming entgegen und erzeugen dabei eine unheimlich bedrohliche Atmosphäre. Wie ein Kugelhagel prasselt ein orthodoxer Stahlhhammer nach dem anderen schnell aufs Trommelfell ein und lässt kaum Zeit zum durchschnaufen. Die Vocals sind passend dazu maximal verrottet und singen über so appetitliche Themen wie Natursektspiele im Paradies ('Eve Pisses On Adam') und rektale Kunststücke mit Tieren ('Animal Anal Acrobatic' - ich glaube es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass das Wort 'Anal' auf einem extremen Black-Metal-Album mindestens einmal vorkommen muss).
Stilistisch kann diese musikalische Mischung auch Old-School-Deathern gefallen (was ein Live-Video vom NRW-Death-Fest eindrucksvoll beweist) und enthält durchaus auch ein paar klassische Death-Metal-Elemente (allerdings muss dann aber auch schon zu POSSESSED zurückgehen). Weitere Details zu einzelnen Liedern sind eigentlich überflüssig (Die Platte ist ziemlich homogen, was das Song-Writing angeht).

Das Debüt von GOATBLOOD ist ein halbstündiger, vertonter Trümmerbruch, der einfach nur wüten will und sich kein Stück um intellektuelle Texte oder ausgefeilte Kompositionen bemüht. Die beiden Herren vom Niederrhein wollen einfach abstoßend sein und zeigen jedem den Mittelfinger, der Black Metal mit anderen Genres wie Shoegaze oder Postrock mixen will. "Adoration of Blasphemy and War" ist konzentrierter Hass und Black Metal in Reinkultur. Das gefällt nicht jedem, aber das muss es auch nicht. Widerstand statt Gefälligkeit ist hier das Leitmotiv!
Ab 1. Mai bekommt ihr dieses wütende Werk bei Dunkelheit Produktionen.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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