Freitag, 20. Februar 2015

Revisited-Review: Bathory "Under The Sign Of A Black Mark"


Anlässlich des 25. Geburtstags eines der wohl wichtigsten Werke des extremen Metals, habe ich mich 2011 hingesetzt und meine Gedanken zu BATHORYs "Under The Sign Of The Black Mark" aufgeschrieben. Ich weiß zwar, dass es erst 1987 auf den Markt gekommen ist, aber bereits 1986 wurde es eingespielt, womit seine Entstehung in das Jahr fällt, in dem ich selbst geboren wurde. Es ist schon interessant zu sehen, dass ein Album, das so alt wie man selbst ist, so vieles vorweg genommen hat, was bis heute immer noch zu den Grundbestandteilen eines guten Extreme-Metal-Albums gehört. Hier nun aber meine (nur formal überarbeitete) Rezension von damals.
Es ist nun schon tatsächlich ein Vierteljahrhundert her, dass sich Quorthon mit diesem Album aufmacht hat um die Extrem Metal Welt zu verändern. Sowohl Death-Metal- wie auch Black-Metal-Acts berufen sich auf dieses Meisterwerk der schwarzen Klangkunst. Aber was macht "Under The Sign Of The  Black Mark" so besonders? Bereits nach den ersten Minuten des Albums wird einem klar wie viele (heute selbst einflussreiche) Bands von diesen Liedern beeinflusst wurden.
So hat man zum Beispiel bei dem stampfenden Mid-Tempo Kracher 'Call From The Grave' das Gefühl unentwegt IMMORTAL herauszuhören, während die Old-School-Death-Metal-Riffs in 'Massacre' vermuten lassen, wo schwedische Elchtod-Kapellen wie NIHILIST ihre Inspiration haben. Dass allerdings auch Quorthon nicht ganz ohne Vorbilder ausgekommen ist beweist 'Woman Of Dark Desires'. Diese pechschwarze Variante eines typischen VENOM-Songs verdeutlicht, dass der Altmeister früher sehr wohl Chronos samt Anhang gehört haben muss, auch wenn er selbst immer das Gegenteil behauptet hat. Ebenso erkennt man zum Beispiel bei 'Equimanthorn', dass den Schweden auch alte Untaten von SODOM oder DESTRUCTION nicht ganz kalt gelassen haben dürften (vielleicht auch noch SACROFAGO, aber da beide Bands parallel musizierten ist schwer zu sagen in wie weit sie sich direkt beeinflusst haben).


Bei solch einem Review darf allerdings ein Track keinesfalls unerwähnt bleiben: 'Enter The Eternal Fire'! Eine Hymne für die Ewigkeit! Deren Erhabenheit man geradezu spüren kann. Sobald das Gitarrensolo einsetzt wird es dann nochmal um einiges epischer. Man glaubt auf einem Berg zu stehen und den eisigen Wind zu spüren, der aus dem Norden weht. Einfach gigantisch. Schade nur, dass nach eben diesem Track die Spannung des Albums ein wenig abnimmt. 'Chariots Of Fire' heizt dem Hörer zwar durch seine Geschwindigkeit noch einmal richtig ein und zeigt einen Ausblick, was den Extreme-Metal-Fan in den 90ern erwarten sollte, aber '13 Candles' und 'Of Doom'  verblassen dann wiederum im Angesicht, der anderen überlebensgroßen Werke dieser Scheibe.
Und so bleibt der Punktabzug schlussendlich in einem überschaubaren Rahmen und dieses Album ein Jahrhundertwerk von einem viel zu früh verstorbenen Genie!

9,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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