Sonntag, 4. Januar 2015

CD-Review: Archgoat "The Apocalyptic Triumphator"


Wenn es eine Black-Metal-Band gibt, die aus der Masse heraussticht, dann ist es auf jeden Fall ARCHGOAT. Das finnische Abrissunternehmen überfällt uns diesen Monat mit einer neuen Langrille, die mal wieder kompromisslos die Grenzen von Black und Death Metal sprengt. Etwas anderes von "The Apocalyptic Triumphator" zu erwarten, wäre allerdings auch äußerst töricht gewesen.
Inklusive Intro umfasst dieser akustische Vernichtungskrieg zwölf Titel, die
äußerst sparsam mit gefälligen Melodien umgehen. Die meiste Zeit prasselt entweder ein Kugelhagel aus rasanten Blast Beats und ratternden Gitarren auf den Hörer nieder ('Phallic Desecrator of Sacred Gates ') oder ein keltischer Frostschauer zermahlt das Trommelfell zwischen morbid-tiefen Doom-Riffs ('Grand Luciferian Theophany'). Das Schöne an ARCHGOAT ist aber vor allem die Tatsache, dass ihre brutalen Angriffe organisch klingen. Das Schlagzeug klingt immer wie ein Schlagzeug und erinnert nicht wie bei anderen Kapellen an ein Computerprogramm. Auch der Gitarrensound ignoriert geflissentlich das weitverbreitete Schubladendenken und erinnert vielmehr an die Ursuppe der 80er Jahre aus der die verschiedenen Sub-Genres des Extreme Metals erst hervorgegangen sind. Die Finnen bilden eine Band, bei der man nicht fragt ob sie Black, Thrash oder Death Metal spielt, sondern einfach akzeptiert, dass es sich um ARCHGOAT handelt: ein Drei-Köpfiges-Monster, das vor 25 Jahren seinen eigenen Weg eingeschlagen hat und seitdem nicht davon abgerückt ist.
Wie sehr sich die Skandinavier der alten Schule verpflichtet fühlen beweist auch die Tatsache, dass sie mit 'Right Hand Path' (als siebten Track) ein zweites Intro aufgenommen haben, was die B-Seite der Vinyl einläutet, womit die Band ziemlich direkt zeigt, dass ihr die Veröffentlichung auf Schallplatte wichtiger ist als die digitale Auflage. Es ist einfach herrlich zu sehen, wie konsequent hier ein orthodoxer Anachronismus auf der ganzen Scheibe zelebriert wird. Deswegen ist es auch völlig unmöglich ARCHGOAT nach herkömmlichen Maßstäben zu bewerten. Denn wenn man den Kult um die Band nicht verstehen kann, dann bleibt von dieser Truppe lediglich grobes Geschrammel und Gebolze übrig, das immer gleich bei jeder Scheibe mit einem Subwoofer am Mikro und einem Staubsauger an der Gitarre aufgenommen wird.



Für wahre Jünger des Trios ist "The Apocalyptic Triumphator" allerdings das langerwartete dritte Full-Length- Gewitter, das wieder einmal all das enthält, was diese War-Metaller so unwiderstehlich macht. ARCHGOAT steht einfach für die brutalste und gleichzeitig ursprünglichste Form des Extreme Metals. Niemand sollte zögern sich diese Scheibe anzuhören, denn sie bildet das erste Ausrufezeichen in diesem noch so jungen Jahr.
Ab 26. Januar kann man den apokalyptischen Triumphanten bei Debemur Morti Productions abgreifen.

8 von 10 Punkte

[Adrian]

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