Montag, 24. November 2014

Revisited-Review: Helrunar "Sól"


Da am letzten Donnerstag der Throwback Thrusday unter den Tisch gefallen ist, holen wir an diesem Montag dafür ein altes Review aus dem Januar 2011 hervor. Kollegin Amalia hatte für uns einen Blick auf das (damals) aktuelle Album "Sól" von HELRUNAR gewonnen. Hier eine überarbeitete Version der .

Wie immer bin ich bei einen neuen Album pessimistisch an die Sache
rangegangen, mit der Einstellung "...und jetzt gehen sie den Bach runter", denn irgendwann verliert jede Band ihre hochangesehenen Status und verschwindet in den tiefen Schlund der 08/15-Musik, die letztendlich nur noch auf finanziellen Erfolg ausgerichtet ist. Bei HELRUNARs "Sól" hat sich mein schlechtes Gefühl, Satan sei Dank, nicht bestätigt.
Das Album beginnt mit einer typischen Spoken-Words-Passage, welches den Hörer wortwörtlich auf das Ragnarök Festival vorbereitet. Das zweiminütige Gitarren-Intro des Eröffnungs-Tracks erscheint auf den ersten Blick etwas HELRUNAR-untypisch, dennoch wird spätestens mit Skalds Gesang dieser Eindruck ad Acta gelegt. Ja, das ist HELRUNAR!
An sich ist "Sól" sehr abwechslungsreich aufgebaut und bietet sowohl schnelle als auch ruhige Teile, wobei aber die heftigen Anteile überwiegen. Am besten finde ich persönlich die mit zahlreichen Dissonanzen übersäten epischeren Songs. Die dunkle Atmosphäre, welche vom Album ausgeht, passt voll und ganz in die jetzige winterliche Landschaft und ergänzt sich super mit den düsteren Texten über Götter, Winter, Ragnarök, Frost und Tod. Die Texte wurden perfekt auf die Musik abgestimmt und sind keineswegs kitschig, wie mir die Titel anfangs befürchten ließen. Das Album hat kein Lied, das alle anderen überstrahlt, sondern eher viele sehr gute Songs. Wie unter anderem der vierte Titel 'Nebelspinne', welcher mit langsamen Riffs eingeführt wird, frei nach dem Motto, Ruhe vor dem Sturm, denn direkt danach folgt ein explosionsartiger, marschähnlicher Rhythmus aus Blast Beats und Gitarren. Das Lied schleppt sich zirka bis zur Hälfte wie eine heftige Dampfwalze voran, bis die ganze aufgeladene Wucht ausbricht, sich entlädt und langsam wieder aufbaut. Ein wirklich sehr gelungenes Lied!


Ein anderer starke Song ist 'Tiefer als der Tag'. Ein sehr hartes, heftiges und schnelles Lied aus überwiegend instrumentalen Parts, das genau so plötzlich und explosionsartig anfängt , wie ein nicht vorhergesagter Platzregen. Kurz darauf verliert es sich unerwartet in einem langsamen und ruhigen Solo, baut sich aber wieder auf und fährt genauso heftig fort wie es angefangen hat, um erneut plötzlich zu enden.
HELRUNAR hat mit "Sól" ein wirklich sehr atemberaubendes Album erschaffen, welches den Hörer sofort in seinen Bann zieht. Die ganzen Stücke sind eindeutig mehr Black Metal als alles andere, jedoch besitzen die meisten von ihnen einen sehr hohen Ohrwurm-Faktor! Ich kann es nur noch wiederholen "Sól" hat das Konzept wirklich voll und ganz getroffen und die Jungs von HELRUNAR haben bewiesen dass sie mit diesem Album mehr denn je zu ihrer Musik stehen.

[Amalia]

8,5 von 10 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar posten