Sonntag, 20. Juli 2014

Interview: Mucho und Hendrik von Bronson A.D. (Teil 1 von 3)

Eine anständige Mischung aus Hardcore und (Thrash) Metal ist eher die Ausnahme. Gerade Death- und Metalcore beweisen immer wieder, dass sie im Grunde keines der beiden Genres wirklich verstanden haben. Anders ist das bei BRONSON A.D. aus Limburg. Sie verbinden ähnlich wie die SUICIDAL TENDENCIES oder D.R.I. beide Stile so logisch miteinander, dass sich sowohl HC-Kids als auch Old-School-Metaller freuen dürfen. Saitenhexer Hendrik, den vor allem mittelhessische Leser als Gitarrist der Limburger  Thrasher BRAINDEADZ kennen dürften, und Sänger Mucho, der auch kein Unbekannter in der Kalkwerk-Szene ist, haben mich in ihren Proberaumzu einem ausgiebigen Gespräch eingeladen, das aufgrund der Ausführlichkeit in drei Teile zerlegt werden muss. Hier nun Teil eins, der sich vor allem mit der Gründung der Kapelle und den Hintergründen der Mitglieder beschäftigt.

Wie kam es eigentlich zur Gründung von BRONSON A.D. und wer von euch kam eigentlich auf den Namen?

Hendrik: Also auf den Namen kam Mucho. Dazu muss man sagen, dass er sowohl den Schauspieler Charles Bronson sehr geil fand und generell den Namen. Wir haben einen kurzen Namen gesucht. Wir wollten keine drei, vier Wörter haben, wie das die ganzen neuen Deathcore-, Metalcore- oder Schlag-mich -Core-Bands haben. Wir wollten schon was Kurzes, Schönes und Prägnantes haben, was gut im Kopf bleibt,  und da kam der Mucho an mit dem Namen BRONSON.

Mucho: Bronson balltert halt. Es ist ein kurzes Wort und was man mit BRONSON immer verbindet ist Action.



Stellt die Figur auf dem CD-Cover eigentlich auch Charles Bronson dar?

Mucho: Ehh, Ja (lacht).

Hendrik: Zu dem A.D. [hinter dem Bandnamen] hatte ich die Idee. Man muss
dazu sagen, dass wir bei Google mal den Namen BRONSON beziehungsweise BRONSON BAND eingegeben haben und da kamen gefühlt zigtausend Bands, die auch so hießen. Sogar eine Band aus Amerika, die hatte soweit ich weiß schon über 10.000 Likes bei Facebook. Und da dachten wir uns, dass wir uns ein wenig absetzen müssen. Da musste ich an Bands wie GRIP INC. denken, die auch noch irgendwas hinten am Bandnamen dranhängen haben. Da haben wir uns überlegt, was wir da Tolles machen sollen und haben uns gesagt,  A.D. steht in diesem Fall nicht für "Anno Domini", sondern für" After Death". Das soll symbolisch dafür stehen, dass alle Bands beziehungsweise Projekte, in denen wir vorher engagiert waren, mehr oder weniger gestorben sind oder zu Tode gerannt sind. Das soll quasi eine Wiedergeburt darstellen.

Mucho: Bei dem A.D. haben wir uns dann auch gar nicht mehr darum gekümmert, ob das andere Bands auch haben. Das war dann halt schon irgendwo ein Gag als wir an "Chaos A.D." [von SEPULTURA] denken mussten. Aber das sagt eben viel über unsere musikalische Entwicklung aus.


Hendrik: Auf die Frage wie es zu der Band kam: Die Grundidee lag eigentlich
bei mir. Ich habe ja früher noch bei BRAINDEADZ gespielt und da ging es nicht so wirklich voran. Es hat alles ein bisschen gestockt und aus dem Willen mehr Musik zu machen, wieder was aufzunehmen und vor allem was mit neuen Leuten auf die Beine zu stellen, kam das Ganze dann.
Mucho kenne ich noch aus alten Rock'n'Roll-Zeiten (lacht). Durch Zufall haben wir uns kennengelernt. Mehr eigentlich durch andere Leute. Und da ist er mir in Erinnerung geblieben als perfekter Mann für eine Hardcore-Band, weil ich bei ihm immer an Kid D von den RYKER'S denken musste. Damals war ja auch noch der BRAINDEADZ-Drummer Hausi [Christian Hauske] dabei, der aber dann nach kurzer Zeit aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hat. Ersatz wurde dann recht schnell mit meinem langjährigen Freund Marc gefunden, der dann sofort zugesagt hat. Damals hat uns auch Stecki [Daniel Steckenmesser] für den Bass zugesagt, der vorher bei THRASHTANICA war, die sich ja mittlerweile aufgelöst haben.

Mucho: Das war eigentlich schon abzusehen, dass er das auf längere Frist
nicht durchzieht, weil er eben dieses neue Heavy Metal Projekt gestartet hat, wo er auch Sänger ist.

Hendrik: Ich schätze auch, es war immer sein Wunsch gewesen sich selbst zu verwirklichen. Er wollte immer Bass spielen und gleichzeitig singen. Den Frontmann mimen kurz gesagt.

Mucho: Aber läuft schon, wie gesagt, wir haben auch schon Ersatz gefunden. Es geht weiter (grinst).

Hendrik: Es ist Kai von DEATH OF A SALESMAN. Vielleicht kennen ihn ein paar


Leute aus dem Kalk. Eine ruhige Seele. Der hat einen so schön NAPALM –DEATH-verzerrten Bass. Das passt schon ganz gut. Quasi unser Shane Embury, nur 50 Kilo leichter, jünger und nicht so gut aussehend (lacht).  

Als Eure Einflüsse nennt ihr Old School Hardcore, Thrash Metal und Crustpunk. Aber als was würdet ihr euch selbst bezeichnen? Seid ihr eine mehr Hardcore- beziehungsweise Crust-Band oder verordnet ihr euch selbst eher im Metal-Bereich?

Mucho: Eigentlich wollten wir uns von Anfang an da gar nicht so sehr festlegen. Die starken Thrash-Einflüsse kommen hauptsächlich durch Hendrik beziehungsweise in der Vergangenheit durch den Hauske sowie Stecki. Der Haupteinschlag Hardcore wahrscheinlich von mir, wobei Hendrik dem Hardcore ja auch nicht abgetan ist. Die Idee am Anfang war, wir machen einen Mix aus Thrash Metal und Hardcore. Das war so unser Hauptding, aber wir wollten uns selbst auch nicht so einschränken.

Hendrik: Aber wir wollten auch keine Partymusik machen! Wie es ja bei so mancher Thrashcore-Band der Fall ist.

Mucho: Es sollte schon etwas die bösere Attitüde vom Hardcore haben. Immer so mitten rein! Es soll eben auch was gesagt werden, was Bedeutung hat und nicht irgendwas Belangloses dahin gesabbelt werden. Nicht so Party-Hardcore wie DEEZ NUTS, wo es halt ausschließlich um Party geht. Ich will nicht bestreiten, dass auch irgendwann mal was in der Richtung durchrutscht. Aber wir wollen schon die Ernsthaftigkeit und das Krasse vom Hardcore haben. Komplett festlegen wollen wir uns aber auch wiederum nicht. Das mit dem Crust-Punk übrigens, das kam halt so.

Hendrik: Es war ungewollt, aber es passt ja.

Mucho: Wir haben keine Probleme uns da andere Elemente zu nehmen. Zum Beispiel bei dem Track 'Unity': da sind vom Bass oder vom Solo her Sachen hineingerutscht, die würde ich eher alten California Hardcore-Sachen zu schreiben. In die Richtung von SUICIDAL TENDENCIES, zum Beispiel. Aber insgesamt haben wir keine Berührungsängste. Wo wir Bock drauf haben, das hauen wir mit rein! Aber im Großen und Ganzen wird es die Mischung Hardcore und Thrash Metal bleiben.

Hendrik: (grinst) Soll ich dir mal ein Geheimnis verraten, was ich während der ganzen Zeit am meisten gehört habe?


Was denn?

Hendrik: Hair Metal, VAN HALEN  und JOURNEY!


Hier geht es zu Teil 2!

[Adrian]

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