Sonntag, 16. März 2014

Angehört: Revel In Flesh - Feral - Grave Wax - Puteraeon

Heute sind in unserer Arena direkt vier Bands zu Gast, die aber auch alle irgendwie miteinander zu tun haben. Denn sie spielen nicht nur alle Death Metal, sondern haben auch alle jeweils eine neue Split am Start, auf der auch das schwäbisch Death-Metal-Flaggschiff REVEL IN FLESH zu hören ist.

Das erste Gemeinschaftswerk, das wir dabei beleuchten wollen ist die
"Deathkult EP" von FERAL und der Band um Fronter Haubersson. Diese machen hier auch den Anfang und liefern mit 'Deathkult' genau die Art von Todesblei ab, die man von ihnen gewohnt ist. Schwedischen Stahl nach Stockholmer Machart. Dass die Männer aus dem Süden mal einen Song 'Deathkult' taufen würden, war abzusehen. Denn das Motto "Hail The Deathkult" liest man immer wieder auf REVEL-IN-FLESH-Shirts beziehungsweise wird es in Interviews der Band oft als Schlachtruf verwendet.
FERAL gehen mit 'As The Feast Begins' in eine ähnliche Richtung und offenbaren eine deutliche Schweden-Death-schlagseite  (kein Wunder, die Band kommt ja auch aus Schweden). Wer Gruppen wie die ENTRAILS mag, ist bei FERAL genau richtig. Gerade heraus, schnell und mit viel Rhythmus. Gefällt mir!

"Corpus Obscura" ist die nächste Platte auf der Speisekarte und hier teilen sich die Süddeutschen die Spielzeit mit den Amerikanern von GRAVE WAX.
Kein Mitglied ist unerfahren, aber am bekanntesten dürfte dennoch der Ex-MASSACRE-Growler Kam Lee sein. Mit BONE GNAWER oder DENIAL FIEND (um nur zwei Bands von ihm zu nennen) konnte er auch nach seiner Zeit bei MASSACRE positiv von sich reden machen. Allerdings gehen die beiden Songs von der Produktion her nicht so gut runter. Die Vocals und die Instrumente sind nicht so ideal auf einander abgestimmt. Auch der Drum-Sound klingt etwas gewöhnungsbedürftig. Zumindest stimmt bei 'Obscuria Darkness Enraptured' das Song-Writing ( 'Dis-Organ-Ized' ist ja lediglich ein Cover von IMPETIGO). Man merkt, dass die vier Musiker einen Riecher für eine düstere und bedrohliche Atmosphäre und Lees Stimme ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.
Trotzdem gefällt mir der Track von REVEL IN FLESH besser. 'Corpus Vermis' ist treibend wie das Material vom letzten Full-Length "Manifested Darkness" und vor allem der Wechsel zwischen Screams und Growls verleiht dem Titel jede Menge Spannung.


Die dritte Scheibe im Bunde ist "Imperial Anthems No. 13". Eine Co-Produktion der Baden-Württemberger mit den Schweden von PUTERAEON. Diese Jungs hacken sich bereits seit 2008 durch die Botanik und liefern so konsequent geradlinigen Todesstahl ab, der perfekt zum Stil von REVEL IN FLESH passt. Denn auch hier hört man den markanten HM2-Sound der schwedischen Hauptstadt gut heraus. Alte NIHILIST treffen hier auf die frische Energie und Geschwindigkeit der neuen Old-School-Death Bewegung. 'Rotten Aeon' und 'To Steal The Flesh' hauen ordentlich rein und wenn man traditionellen Todesblei mag, ist man hier genau richtig.
Das sehr stimmungsvolle 'A Chant Of Misery', das passenderweise durch ein dezentes Chor-Sample eingeleitet wird, bildet unbewusst den perfekten Abgesang für dieses Triumvirat. Mit einem schweren Sound und harten Beat, der immer wieder zu schnellen Angriffen ausholt, vereint REVEL IN FLESH noch mal alle Aspekte der unterschiedlichen Künstler auf eine wunderbare Art und Weise in diesem Stück.
Groove, Atmosphäre und rotzige Riffs. REVEL IN FLESH, PUTERAEON, FERAL präsentieren sich auf den drei Vinylscheiben (fast durchgängig) von ihrer starken Seite und einzig GRAVE WAX sorgt für einen leichten Spannungsabfall, wobei das Niveau immer noch sehr hoch bleibt. Jedem Sammler von raren Death-Metal-Scheiben kann ich deswegen nur empfehlen alle drei Releases mal anzutesten und rasch über einen Kauf nachzudenken, denn die Splits sollen sich alle sehr gut verkaufen und die Auflage ist wie immer nicht sehr groß.
Wer jetzt also Blut geleckt hat, sei an Doomentia Records (für die "Corpus Obscuria"), an Cyclone Empire (für die "Imperial Anthems No. 13") und an Joe Black Records (für die "The Deathkult EP") verwiesen.

[Adrian]

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