Sonntag, 23. Februar 2014

CD-Review: Isacaarum "Whorecraft"

Black Metal, Death Metal und rockiger Thrash durch den Fleischwolf gedreht und mit frauenfeindlichen und pornographischen Texten abgeschmeckt. Was ergibt das? Richtig, tschechische Extremisten-Musik von der mittlerweile 20 Jahre alten Brutalo-Institution ISACAARUM.
Auf dem aktuellen Album "Whorecraft" bewegen sich die Osteuropäer auf gewohnt geschmacksfreien Terrain und besingen mit 'Spermafrost' oder auch 'Queef Corps' Themen, die vor allem Menschen abfeiern werden, für die die Pubertät nie wirklich geendet hat. Man versteht zwar nicht viel, aber hier trotzdem mal eine lyrische Kostprobe aus 'Born For Porn':

"Foreskin so mutilated… But never penetrated.
Meaty cunt I am crying for. Blowjob with a dog
nextdoor. Fuck me right this way. Born for porn I am
they say, sluts!"

Was soll man dazu noch sagen? Entweder liebt man so einen Krempel oder man wendet sich Augen-rollend ab.




Ich persönlich beschränke mich ja ohnehin lieber auf den musikalischen Aspekt einer Platte und lasse mich nicht von der inhaltlichen Thematik ablenken (es sei denn es wird zu politisch). Von mir aus könnten die Tschechen auch über Gänseblümchen und Haferflocken singen, solange der Sound stimmt, soll es mir recht sein.

Es ist zwar nicht die spektakulärste Mischung aus Death und Black Metal, die ich je gehört habe (anders als im Promo-Sheet beschrieben, höre ich übrigens hier keinen Grindcore raus), aber es macht schon Spaß den Jungs zu zuhören. Es ist eine Menge thrashender Groove sowie eine mitreißende Rhythmik vorhanden und auch der Härtegrad ist durchaus gut gewählt (zu keinem Zeitpunkt verliert man sich in sinnlosen Geknüppel). Ich würde den Stil vielmehr als tödlichen Black-Thrash bezeichnen.
Allerdings ist das irgendwo auch Haarspalterei. Wer rockigen Extreme Metal mit versauten Texten mag, ist bei ISACAARUM an der richtigen Adresse. Die lyrische Thematik der Band ist zwar auf dem Niveau einer  Schülerband stehen geblieben, aber die Technik ist dafür auf einem hohem Level angekommen. Rein musikalisch ist bei "Whorecraft" für jeden Brutalo-Metaller was dabei, auch wenn ich die versprochene Priese Grindcore etwas vermisse. Trotzdem ein insgesamt sehr feines Album.
Bei Metalgate Records kann die CD seit November 2013 abgegriffen werden.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]

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