Montag, 13. Januar 2014

Angehört: Djinn And Miskatonic - Upyr - Pyramido


Es ist gar nicht mal so einfach einen Blog am Leben zu erhalten. Mal ein Review rauszuhauen und dann wieder wochenlang zu ruhen, kann im Grunde jeder. Die Schwierigkeit ist es am Ball zu bleiben und regelmäßig seine Beiträge zu posten. Auch wenn  es Phasen gibt in denen man eigentlich keine Zeit hat oder Lust zu bloggen. Schuldig fühlt man sich bei längerer Inaktivität, dann aber doch und versucht irgendwie die Promo-Stapel abzuarbeiten, die sich wie eine Lawine immer weiter auftürmen. Um der Masse etwas Herr zu werden und mehr Bands auf einmal zu präsentieren, gibt es ab sofort die Kategorie "Angehört". Hier werden immer mal wieder drei Bands einer Richtung vorgestellt und kurz umrissen. Ähnlich wie bei "Reingehört" gibt es auch hier keine Noten. Den Anfang machen drei Doom-Truppen aus Asien, Osteuropa und Skandinavien. Viel Spaß!

DJINN AND THE MISKATONIC - "Forever In The Realm"
Mit Metal aus Indien haben wir ja letztes Jahr gute Erfahrungen gemacht.

INNER SANCTUM haben uns gleich zwei Mal live erfreuen können mit ihrer Mischung aus Death, Thrash und Groove Metal. Nun gibt es mit DJINN AND MISKATONIC eine weitere Kapelle aus Bangalore, die sich anschickt auch den Okzident mit ihrer Musik zu beglücken.
Allerdings spielen diese Kollegen keine Musik, die mit man wildem Headbangen abfeiern kann, sondern nutzen die Kraft der Langsamkeit. Zäher Sludge und Doom der zwischen klassischen CANDLEMASS- und Stoner'sken KYUSS-Anleihen hin und her schwankt. Es werden zwar auch Death-, Doom- und Funeral-Doom-Ausflüge à la (alter) PARADISE LOST und EVOKEN unternommen, wobei die Dosierung der einzelnen Zutaten nicht genau gleich ist. Die Inder sind eher auf der Sludge-Schiene und klingen eher stoned als zu Tode betrübt. Wer also einen Soundtrack für rau(s)chende Feste sucht, ist bei der Band richtig.


UPYR - "Altars / Tunnels"
Diese Bulgaren sind genau das Gegenteil von der asiatischen Combo vom Subkontinent. Die Osteuropäer von UPYR spielen pechschwarzen Funeral Doom Metal. Mit ihrem ersten Release "Altars / Tunnels" positionieren sie sich selbstbewusst zwischen Acts wie NUNFUCKRITUAL, TRIPTYKON und vor allem ALKERDEEL.
Wer die Referenzen kennt weiß, dass man hier nicht mit Sonnenschein oder singenden Gitarren rechnen sollte. Die Musik ist deftig und schwer wie ein Neutronenstern. Melodien existieren zwar. Sie wirken aber so als seien sie durch einen Zerrspiegel geschickt worden. Viel Distortion und noch mehr Downtempo machen den Release für Kenner der schwarzen Langsamkeit zu einem besonderen Leckerbissen. Nichtsdestotrotz ist  "Altars /
Tunnels" ein Album, dass man nur in gewissen Momenten hören kann. Es liegt in der Natur der Sache dass diese Musik anstrengend ist.



PYRAMIDO - "Saga"
Die Schweden, die sich PYRAMIDO nennen, haben wiederum einen sehr, sehr
Sludge‘lastigen Sound, der viele gedrückte Shouts und einen ultra-zähen Sound in sich vereint. Ihr Rezept ist von den drei Bands noch das konventionellste und ist ziemlich gradeheraus. Langgezogene Schreie sowie vom Stoner Rock abgeleitete Riffs (wenn auch deutlich brutalisiert) bilden das Fundament und sind gutanzuhören, aber sind für meinen Geschmack nicht ganz so innovativ wie die Ideen der beiden anderen oben genannten Bands. Das heißt nicht, dass PYRAMIDOs "Saga" ein schlechter Release wäre, aber man merkt, dass diese Skandinavier  vergleichsweise viel Erfahrung haben und sich auf eine Marschrichtung festgelegt haben. Der Nachteil dabei ist, dass die frechen Experimente ausbleiben und man wenige Überraschungen auftischt. Dafür bleiben dann aber auch peinliche Fehlschläge aus und man hat zumindest solide Hausmannskost mit der man überzeugen kann. Freunde des Wüstensounds kommen in jedem Fall auf ihre Kosten.


[Adrian]

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