Dienstag, 19. November 2013

CD-Review: Derogatory "Above All Else"

DEROGATORY spielen Death Metal, sind bei FDA Rekotz unter Vertrag und bringen am 6. Dezember ihr Debüt "Above All Else" auf den Markt. Soweit stimmt alles mit SLAUGHTERDAY überein, allerdings gibt es darüber hinaus nicht viel was die beiden Todesblei-Newcomer verbindet.

Stilistisch sind beide Bands nämlich ziemlich weit voneinander entfernt. Die Amis  sind ultra-verspielt und schreiben im Gegensatz zu den Niedersachsen keine Songs, die man als "gerade heraus" bezeichnen könnte. Ganz im Gegenteil, die Musik der Westküstenjungs ist irgendwie seltsam vertrackt und teilweise echt chaotisch.
 Dass im Waschzettel GORGUTS als Referenz genannt wird, ist hierbei besonders passend. Passend zum dritten Titel 'Cryopreservation' würde ich auch den Namen CRYPTOPSY ins Spiel bringen, die ähnlich wenn auch song-dienlicher komponieren. Die Männer aus LA gehen wirklich unorthodox vor und sind kaum mit einem anderem Newcomer zu vergleichen, der in den letzten Jahre sei Debüt im Bereich des Todesstahls vorgelegt hat. Deswegen bin ich mir auch sicher, dass es viele in der extremen Szene geben wird, die beim Hören eines Tracks wie 'Immortal Divine' sich darüber freuen werden, dass man hier statt MORGOTH und ENTOMBED auch mal so Einflüsse á la DEICIDE zu erkennen sind. Statt groovenden Beats und einem thrashigen Drumming, wird hier geblastet, dass es kaum noch heilig ist. Es ist allerdings Geschmackssache ob man diesen eher Brutal-Death-artigen Schlagzeugsound mag oder nicht. Mir persönlich klingt diese Spielart zu künstlich und lässt kaum noch Raum für Spannung.
Positiv zu bewerten ist, dass DEROGATORY daran erinnern, dass Old-School Death mehr ist als der bekannte HM2-Sound. Immerhin gab es auch 1991 schon Bands, die einige Aspekte des Tech-Death Metals vorweg genommen haben. Nichtsdestotrotz übertreiben es die Jungs an manchen Stellen einfach zu sehr und klingen wie im Rauswerfer 'To Escape What Is Now' einfach zu abgedreht und machen es stellenweise unmöglich das Gehörte nachzuvollziehen, obwohl es auch in diesem Song klasse Passagen (wie das Gitarrensoli) gibt, die 1A die Gehörgänge penetrieren.



Es ist wirklich verdammt schwer diese Band vernünftig einzuordnen. Ist das nun Chaotisch oder progressiv? Sind die Riffs abwechslungsreich oder schlichtweg unstrukturiert? Entfernt sich die Band zu sehr vom klassischen Death Metal oder verpassen sie ihm die nötige Frischzellenkur, die er mal wieder gebraucht hat? Das alles sind Fragen, die man einerseits nur für sich alleine beantworten kann und zum anderen auch nur nach einigen Durchläufen ernsthaft sagen kann.
Deswegen würde ich bei diesem Werk auch eigentlich gerne mal auf eine Note verzichten und jeden Interessierten einfach bitten sich selbst ein Urteil zu bilden. Allerdings geht das ja auch nicht so einfach, weswegen ich relativ unschlüssig die Sieben-Punkte-Tafel hebe. Der Drum-Sound und die Strukturen sind gewöhnungsbedürftig aber die Soli, die Atmosphäre und die Dynamik des Albums machen auch wiederum einiges an Boden gut. In jedem Fall sind DEROGATORY sicherlich das Pferd im Stall von FDA Rekotz, das am meisten heraussticht (abgesehen von BOVINE vielleicht).

7 von 10 Punkten

[Adrian]

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