Montag, 9. September 2013

Tape gehört: Ancst / Hiveburner "Split"

Nachdem ihr gestern bereits mit DOCUMENT 6 ein Déjà Vu gehabt haben dürftet, kommt heute direkt die nächste Erfahrung dieser Art. Denn auch ANCST haben wir vor gar nicht allzu langer Zeit in unserem beschaulichen Webzine thematisiert. Heute sind die Schwarzkrusten allerdings nicht alleine, sondern haben sich mit HIVEBURNER verbündet und eine Split zusammengeschustert.
Wie auch schon bei der EP "The Humane Condition" liegt hier der Schwerpunkt
auf Black Metal und Hardcore beziehungsweise Crust. Bei HIVEBURNER (über die man im Internet erstaunlicherweise so gar nichts findet) hingegen geht es viel gemächlicher zu Sache. Denn obwohl auch diese Gesellen mächtig düster sind, wildern sie eher im Doom- und Sludge-Sumpf (auch wenn einige schnelle Ausbrüche durchaus vorkommen). Das merkt man allein schon daran, dass die Rebenbrenner obwohl sie nur einen Song ('Destroyer Of Worlds') zur Verfügung haben, dennoch fast exakt die gleiche Spielzeit brauchen wie die Kollegen aus Berlin mit ihren drei Eigenkompositionen. Stilistisch passen beide Bands auf den ersten Blick nicht wirklich zueinander. Jedoch verbindet beide die Fähigkeit eine morbide Atmosphäre aufzubauen, die sehr intensiv und beklemmend ist. Allerdings sind ANCST etwas klarer in ihren Riff-Zusammenstellungen und drücken mit 'The Faceless' eine epische Erhabenheit aus. Auch setzen sie bei 'Patterns & Dreams' auf eine interessante Verschmelzung von typischen Hardcore-Trademarks mit Schwarzmetall-Elementen. Allein deswegen sind ANCST auf diesem Gemeinschaftswerk die klar aufregendere Gruppe. So oft findet man eine solch eigenständige Vermischung von Hardcore und Extreme Metal selten.  
Insgesamt ist diese Split eine echt lohnenswerte Anschaffung. Die Seite von ANCST ist eine ziemlich gut gemachte Mischung aus Hardcore, Crust und Black Metal, während der HIVEBURNER durch seinen bedrückenden CELTIC-FROST-Appeal einen deutlichen Kontrast bildet und stark heraussticht. Gerade diese Heterogenität macht es schwer eine einheitliche Note für dieses Machwerk zu finden, weswegen ich darauf verzichte und jedem dazu rate, selbst ein Ohr zu riskieren.

Die EP gibt es zum Download bei den Bands selbst (wenn man möchte sogar kostenlos) oder als Tape für einen kleinen Obolus. Wie immer bei ANCST ist auch dieser Release zu 100% im DIY-Style gehalten, womit sie bei mir ohnehin einiges an Sympathien gewinnen. Wer eine MC haben will sollte sich aber beeilen, die Dinger sind limitiert auf 80 Stück!


[Adrian]

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