Samstag, 1. Juni 2013

CD-Review: Woslom "Time To Rise"

Man muss die Musikverliebtheit der Südamerikaner bewundern. In kaum einem Land der Welt werden Festivals so groß, Fans so frenetisch und Musik so laut. Natürlich ist Thrash Metal immer nur einen Katzensprung von lauter Musik entfernt und an genau diesem Punkt treten WOSLOM mit ihrem Album "Time To Rise" auf den Plan.
Der tief gestimmte Thrash der Brasilianer fährt bereits nach wenigen Sekunden mit allem auf, was man von einer solchen Band erwartet: Schnelles Riffing, hämmernder Bassound und treibendes Schlagzeug in einem Tempo, in dem die Nackenmuskel knacken. Allerdings wird auch sofort klar, dass es sich um eine sehr moderne Inkarnation des Thrash handelt, denn mit ihren Effekt beladenen Gitarren mit ungewöhnlichem Tuning setzen die Musiker gleich den typischen Ton dieses Genres. 
Auch die Mischung aus dem typischen treibenden Thrash Elementen und Breakdown ähnlichen Parts tragen zur Annahme dessen bei, ebenso wie das halbe Gegrowle des Sängers eher untypisch für klassischen Thrash ist. Zugegeben, diverse Gesangsparts tendieren eher in Richtung des klassischen Heavy Metals, doch insgesamt bleibt der Ton des Albums gleich.
Instrumental gibt es nicht viel zu meckern, im Gegenteil: Knackiger Bassound,
ein Schlagzeug das zur Abwechslung mal mehr als die üblichen takte runter feuert und Gitarrenparts die das Höhepunkt des gesamten Werkes darstellen. Gerade in den Soli laufen die Musiker zu ihren Höchstformen auf und wechseln spielerisch zwischen rockigen und schnellen, chaotischen Riffs. Ansonsten bleibt die Musik allerdings recht ereignislos, zwar gibt es durchgängig nicht viel zu meckern, allerdings bleibt auch jeder Track weit vom Ohrwurm entfernt, egal wie oft die Gangshouts im Titeltrack 'Time to Rise' ihr Motto schreien.
Auch ist fragwürdig wer den Südamerikanern erzählt hat acht und neun Minuten Songs seien in ihrem Genre zwanghaft gefragt, gerade diese Tracks ziehen sich eher als das sie dem Gesamtwerk wirklich beitragen. Jedoch ist dies insgesamt kein totaler Fehlgriff, weitläufig groovige Musik trifft hier auf charmante Soli und nette Songstruktur, ohne jedoch wirklich im Kopf hängen zu bleiben. Ziemlich solider moderner Thrash für Fans des Genres.
"Time To Rise" ist seit 2010 bereits erhältlich und kann direkt über die Band bezogen werden,.

6,5 von 10 Punkten

[Sunny]

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