Donnerstag, 3. Januar 2013

CD-Review: Neurosis


Fünf Jahre nach ihrem letzten Album beglücken uns also auch NEUROSIS dieses Jahr endlich wieder mit einem Longplayer namens "Honor Found In Decay". Daher war ich natürlich sehr gespannt, was die Band uns dieses Mal vorsetzen würde, und ich wurde nicht enttäuscht. Stilistisch bewegt man sich in ähnlichen Fahrwassern wie "A Sun That Never Sets" und "Given To The Rising", relativ doomig, mit mal mehr, mal weniger stark vertretenen Folk-Elementen. 

Wie von NEUROSIS gewohnt erreicht die Band mit ihrem schleppenden Sound auch dieses Mal eine Intensität, die sonst kaum jemandem vergönnt ist zu erzeugen.  Die Brutalität des ganzen wird durch die vereinzelt eingestreuten Folk-Soli nur noch unterstrichen, man kann sich diesem Sound kaum entziehen. Die verzerrten Gitarren, die Feedback-Orgien, der gerade in seiner Unvollkommenheit unverwechselbare Gesang, alles trägt seinen Teil zum Gesamterlebnis NEUROSIS bei Hass, Wut, Trauer, Verzweiflung, aber auch 
Hoffnung wohnen dem Werk inne. Das Album wirkt dabei wie aus einem Guss, die sieben Stücke drücken den Hörer ohne Qualitätsabfall konsequent zu Boden, auch wenngleich wie bei NEUROSIS üblich die längeren Songs noch einmal besonders hervorstechen. Vor allem ist hierbei 'Casting Of The Ages' zu erwähnen, ein epischer Brecher bei dem man am liebsten auf einer Bergspitze stehen würde, um in die Ferne zu starren, gleich einem Heroen der Antike. Und wenn die letzten Gesänge verstummen, die letzten Töne verklingen,
kann man gar nicht anders als stumm die Qualität des Albums anzuerkennen. 
Besonders erfreulich ist auch die Produktion der Scheibe, organisch, natürlich und zugleich wuchtig und brachial, das gelingt wirklich nur wenigen und  ist wohl die hohe Schule der Tonkunst.  Ein großes Lob dafür an Steve Albini und die Band.
NEUROSIS bestätigen mit ihrem neuen Output "Honor Found In Decay" jedenfalls erneut, dass sie unangefochten an der Spitze ihrer Szene stehen, beweisen dass sie hiermit (dahingehören müssen sie ämlich selbstverständlich längst nicht mehr). Sehr starkes Album, zweifelsohne.

[Nezyrael]

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