Mittwoch, 5. Dezember 2012

Free For All: Hospital Of Death



Manchmal darf man sich von seltsamen Bandnamen nicht abschrecken lassen. Im Falle von HOSPITAL OF DEATH (kurz HOD) ist der Unterschied zwischen Bezeichnung und musikalischer Qualität besonders auffallend. Auf ihrem 2008er Album "Beer Bitches Blood", das man kostenlos bei Last.FM laden kann, beweist die Truppe aus England wie gut man Power, Heavy und Thrash Metal zu einer starken Mischung fusionieren kann. Dabei geht das Todeskrankenhaus inhaltlich nicht allzu ernst an die Sache heran und legt beispielsweise mit ' We Go Together' eine Sleaze-Ballade vor, die das ganze Konzept des Schnulzen-Metals mit Textzeilen wie "I miss you so much, I can't shit" durch den Kakao zeiht.

Musikalisch ist man dafür umso seriöser und überzeugt mit einer hervorragenden Produktion und ausgefeiltem Songwriting. Stilistisch kann man HOD mit 80s-Kapellen wie LOUDNESS oder auch DOKKEN vergleichen, während die Stimme stellenweise Vergleiche mit Halford und KING DIAMOND erlaubt ohne dass es an Blasphemie angrenzt. Dass die Traditionalisten aber auch ordentlich auf die Kacke hauen können, beweisen die energiegeladenen Thrasher 'Down That Hatch' und (vor allem) 'Deathshed'. Gerade bei Letzterem besteht akute Suchtgefahr. 
Besonders viel Humor beweisen HOD mit dem Cover des 80er-Jahre-Titelsongs des Transformers-Cartoons. In das eigene Soundgewand gehüllt wird dieser klassischer Tune zu einem wahren Wellenbrecher.
Vor allem duch Livetauglichkeit zeichnet sich 'I AM The Tiger' aus, das mit seinem stampfenden und zum mitgrölen anregenden Mittelteil, im Ohr hängen bleibt.
Insgesamt ist "Beer Bitches Blood" ein echter Geheimtipp für Freunde der alten Metal-Schule. Alle elf Songs verdienen zwei dicke Daumen nach oben, weshalb man hier auch keine Durchhänger finden kann. Der Gratis-Charakter des Albums (der übrigens auf alle HOD-Releases der Band zutrifft) lässt dann auch noch die letzten Argumente die gegen eine Hörprobe sprechen irrelevant werden. Kurzum, HOSPITAL OF DEATHs "Beer Bitches Blood" kann problemlos sowohl NWoBHM-Freunde als auch Thrash-Anhänger befriedigen.

[Adrian]

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