Montag, 31. Dezember 2012

CD-Review: Leukemia



Die letzte Rezension im Jahr 2012 muss natürlich einer Death-Metal-Platte gebühren. Und wenn es um schwedischen Death Metal im speziellen geht, kommt man an Musiker und Produzent Dan Swanö nicht vorbei. Da ich diesem Mastermind bereits einen Band Of The Week Beitrag gewidmet habe, führe ich die Informationen zu seiner Person an dieser Stelle mit Verweis auf diesen Artikel nicht weiter aus. Stattdessen stelle ich euch LEUKEMIAs "Love"-Album vor, dass wurde 1994 unter dem geänderten Band-Pseudonym LAME im Unisound Studio aufgenommen wurde, aber dann wegen interner Probleme ad Acta gelegt wurde. 2008 viel das Teil dann wieder besagtem Swanö in die Hände, der es ja auch schon aufgenommen hatte, und der Skandinavier machte sich dann noch an den Master-Mix.
 
Das Album selbst ist kein typischer Batzen alter Schweden-Schule, sondern ist progressiv bis zum geht nicht mehr. So groovt der Track 'Sad' eher psychedelisch (nicht zuletzt wegen dem Einsatz von Synthesizern) und rhythmus-betont vor sich hin, während aber die Vocals durchgehend gefährlich fiese Grunts abfeuern. Der folgende Song 'I Remain Silent' folgt grundsätzlich mehr dem konventionellen Death Metal, auch wenn das Tempo und die singenden Gitarren das Ganze sehr smooth machen. Vor allem Fans von (alten) OPETH werden viel Spaß mit so Sachen wie 'Roses' oder auch 'Tearflow' haben, wobei auch einige Einflüsse von späteren EDGE OF SANITY ('Hurt' könnte zum Beispiel ein Song von "Purgatory Afterglow" sein) zu finden sind (womit wir wieder bei der Handschrift von Dan Swanö wären).
Eingegangen werden muss hier aber auch noch kurz auf die eigentlichen Bandmitglieder. So hat Gründer und Gitarrist Lord K. Philipson bereits auch schon bei DARK FUNERAL, HOUSE OF USHER oder TORTURE DIVISION (wo er auch nach wie vor aktiv ist) gezockt. Das er ein ziemlich tighter Klampfer ist, stellt der Lord durchweg unter Beweis und zeigt das vor allem durch starke Melodien, die im Ohr kleben bleiben ('My Pain').
Man kann hier wirklich nicht sagen, dass halbherzig irgendetwas kopiert wurde. LEUKEMIA haben sich viel Mühe beim Songwriting gemacht, auch wenn man wie gesagt eine Nähe zum Schaffen des Produzenten nicht leugnen sollte. Nichtsdestotrotz ist "Love" von LEUKEMIA ein vergessener Schatz, der Dank Vic Records endlich gehoben wurde und progressive Old-School-Death-Fans (sofern es diese gibt) entzücken wird. Jeder Fan von (alten) OPETH über EDGE OF SANITY bis zu (ebenfalls alten) KATATONIA sollte hier zugreifen, denn solche Musik wird in einer Zeit von Okkult Rock und anti-kosmischer Katzenmusik kaum noch gespielt, was eigentlich sehr schade ist.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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