Sonntag, 29. Juli 2012

Band Of The Week: Obscure Infinity



Es war nur eine Frage der Zeit bis OBSCURE INFINITY an dieser Stelle auftauchen würden. Es ist ja mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass die Westerwälder zu den Lieblingsbands dieses Webzines gehören. Das gründet aber nicht nur auf einer freundschaftlichen Beziehung zur Band, sondern ist auch eine Folge der durchweg starken Platten, die Stefan, Jules und Co seit ihrer Gründung 2007 auswerfen.
Was liegt da also näher als sie an dieser Stelle anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums "Putrefying Illusions" ausgiebig zu featuren? 
Aber beginnen wir von vorn. Der erste Output "Into The Depths Of Infinity", die 2008er Demo, stellte bereits unter Beweis wozu die Rheinland-Pfälzer im Stande sind und hatte mit 'Maniac Destroyer' bereits, den ersten Hit zu bieten, der auch heute noch in der Live-Setlist  regelmäßig auftaucht. Auch auf dem allerersten Release etablierten sich schon akustische Intermezzi als fester Bestandteil eines ordentlichen OBSCURE-INIFINITY-Werks. Diese beweisen stets, dass auch ohne Strom, das Gitarrenspiel von Saitenhexer Stefan in einer Liga mit professionellen Klampfern bestehen kann.
2010 folgte dann mit "Dawn Of Winter" das eindrucksvolle Full-Length-Debüt, das ohne Füllmaterial und Kompromisse auf ganzer Linie überzeugen konnte. Besonders herauszuheben sind das fiese 'Sacrificial Ritual', das epische wenngleich etwas lange 'Everlasting Fires', das schnelle und aggressive 'Incinerator' (was live leider bisher nie gezockt wurde) und das düster, morbide 'Transmitting Life To Darkness'. Ohne Zweifel war dieses Album eines der Sternstunden des deutschen Death Metal 2010.
Ein knappes Jahr später gab es dann eine Split, die die Obskuren mit ihren italienischen Freunden von PROFONAL realisierten. Hier findet sich zwar nur ein Song der deutschen Old-School-Deather, der ist dafür aber umso stärker und gleichzeitig auch mein persönlicher Lieblingssong, wenn es um OBSCURE INFINITY geht. 'Sign Of The Nightsky' ist großartig komponiert und ist trotz seiner eingängigen Hörbarkeit ein vollwertiger Todesblei-Batzen und toppt im Bereich Gitarrensoli locker alles was in den letzten Jahren in Deutschland veröffentlicht wurde.
Nun liegt der Szene mit "Putrefying Illusions" das Zweitwerk der Westerwälder vor und hat hohe Erwartungen zu erfüllen, wenn man die genannten Releases als Referenz nimmt. Diese Erwartungen werden beim ersten Durchlauf noch nicht erfüllt, da sich dieser Opus vom Sound und der Produktion her etwas von "Dawn Of Winter" unterscheidet, aber bereits bei Durchgang zwei und drei geht das Ganze wesentlich besser runter und spätestens nach vier Runden ist man "Putrefying Illusions" verfallen. Gute 35 Minuten Death Metal alter Schule versohlen jedem Hörer den Hintern und eins ums andere mal ist man überrascht wie schnell die CD durchgelaufen ist, ohne dass sie auch nur eine Sekunde gelangweilt hat. Sobald sich neue Tracks wie etwa 'Ascension-Kenosis' oder 'Clandestine Yearning' ins Hirn eingefräst haben, lassen sie einen nicht mehr los. Auch die zwei neuen akustischen Zwischenspiele zeugen von gewohnter Geschmackssicherheit. Ähnliches lässt sich auch über die Vocals sagen, die wie immer von wahnsinnigen Screams und infernalischen Grunts gebildet werden. Gesanglich hat sich Sänger Jules aber schon immer auf einem sehr guten Niveau bewegt.

Wie mächtig die neuen Songs jedoch wirklich sind, kann man nur erahnen, wenn man OBSCURE INFINITY mal live gesehen hat. Da zeigen die neuen Lieder von "Putrefying Illusions" noch eindrucksvoller, was sie können und feuern aus allen Rohren. Deswegen sei jedem empfohlen, die Jungs aus dem Westerwald entweder auf dem Schlotheimer Party.San Open Air im August oder auf dem Nocte Mortis Festival am 1. September in Limburg oder bei einem anderen Live-termin einen Besuch abzustatten. Bereuen wird man diese Erfahrung sicherlich nicht.

[Adrian]

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