Samstag, 2. Juni 2012

Band Of The Week: October Tide



Wie angekündigt gibt es diese Woche etwas später die Band der Woche. Aufmerksame Leser der Totgehört-Facebook-Gruppe und Twitter-User wissen auch bereits welche Band thematisiert wird. Da es sich dabei aber um maximal drei Leute handelt, wiederhole ich es noch mal für alle: Die Band Of The Week ist diesmal OCTOBER TIDE.

Diese schwedische Death-Doom-Band kann man als den cooleren Bruder von KATATONIA ansehen, da es sich bei den Mitgliedern, um zum Teil alte Katatonen handelt. Diese Recken verließen ihre alte Kapelle als diese zu einer Gothic-Weichspüler-Truppe verkam und halten seitdem die Fahne von legendären Alben wie "Brave Murder Day" mittels ihrer neuen Combo hoch.
Treuen Stammlesern wird aufgefallen sein (also maximal ein bis zwei Typen), dass OCTOBER TIDE bereits mit ihrer 1997er LP "Rain Without End" bei Todtgeburt thematisiert wurden und amtliche 9 von 10 Punkten einheimsten.
Daher überspringen wir diese Scheiben und widmen uns den letzten beiden Platten, zwischen denen wegen zwischenzeitiger Bandauflösung eine Zeitspanne von 11 Jahren liegt. 
Auf  "Grey Dawn" geht man etwas doomiger und tödlicher zu Werke als bei dem noch verhältnismäßig verträumten "Rain Without End", um beim 2010er Release "A Thin Shell" wieder in Richtung singende Gitarren und Epik abzudriften. Allerdings erkennt man jederzeit, dass es sich hierbei um die besagten Schweden handelt. So ist 'Fragile' eine wie der Name schon sagt zerbrechliche Hymne mit melancholischem Anklang und brachialen Vocals, die sich wunderbar ins Gesamtkonzept einfügen. Auch 'The Custodian Of Science' steht da in nichts nach und wird trotz seiner siebeneinhalb Minuten nicht langweilig. So wird man dem Erbe alter KATATONIA in jedem Fall gerecht.
Mit 'Sweetness Dies' kommen wir zurück auf "Grey Dawn", dass 1999 mit atmosphärischen Gitarrenteppichen viel vorweg genommen hat, was heute in ähnlicher Form unter dem Post-Black-Metal-Tag firmiert. Der beste Track dieser Platte ist aber das fiese 'October Insight', das mit seinen schrägen Riffs dazu neigt bereits nach den ersten Durchläufen im Gehörgang hängen zu bleiben. Ein Song, der geradezu süchtig macht! 
Aber trotzdem sollte man auch andere starke wie Stücke beispielsweise 'Heart To The Raped' nicht außer Acht lassen. Die Art und Weise wie allein schon die Klampfen Stimmung erzeugen findet man wirklich nicht oft, besser höchstens nur bei DISSECTION Mitte der Neunziger.
Im Grunde kann ich mich für mein Fazit nur selbst zitieren und dass wiedergeben was ich bereits im Review zu "Rain Without End" gesagt habe: "Ich kann also allen empfehlen ein Ohr zu riskieren, denen KATATONIA, MY DYING BRIDE und PARADISE LOST zu poppig geworden sind und umgekehrt Drone und Funeral Doom Metal zu langweilig sind."

[Adrian]

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