Samstag, 19. Januar 2019

Live-Review: Deathkeller Metal Massacre mit Journey Of DC, Epicedium und Plasma

Endlich ist die Weihnachtspause vorbei und es gibt wieder harte Gitarren am Taunus zu hören! Am zweiten Samstag des noch jungen Jahres haben sich gleich drei kompetente Extreme-Metal-Kapellen aus der Umgebung eingefunden, um den Jazzkeller in Hofheim unter dem Banner Deathkeller Metal Massacre ordentlich zum beben zu bringen. Mit dabei sind heute JOURNEY OF DC, EPICEDIUM und PLASMA.

Journey of DC (Foto: Adrian)
Frankfurt-Nied, Notarzteinsatz. Die S2, in der ich sitze, muss dort über 20 Minuten halten bis es weitergehen kann. Erst kurz nach halb neun erreiche ich so den Jazzkeller und stelle mit entzücken fest, dass der Konzertabend noch nicht begonnen hat, obwohl laut Flyer der Gig von JOURNEY OF DC bereits laufen sollte. Kurz drauf startet der Auftritt der Frankfurter dann und wie immer versprüht der sympathische Fünfer eine Menge Energie. Ihr Old-School Death Metal mit vielen Bezügen zu Bands wie BOLT THROWER oder MORGOTH ist mächtig und besitzt einen fetten Groove. Langweilig wird es bei ihren Gigs nie. Ich feiere vor allem Songs wie 'Obituary' oder 'Jesus Die In My Arms' und bin gegen Ende über das relativ neue 'Vinland' begeistert, da es der Truppe einen leichten UNLEASHED-Vibe verleiht. So muss Old-School Death Metal sein: kein aufgesetztes Image, keine übertriebene Mystifizierung - einfach nur knackiger Todesstahl!
Epicedium (Foto: Adrian)
Im Anschluss geht es weiter mit EPICEDIUM. Diese Brutalisten habe ich schon eine Weile nicht mehr live gesehen und freue mich umso mehr die Hartwürste mal wieder on Stage zu erleben. Normalerweise ist Brutal Death Metal so gar nicht mein Fall, aber bei diesem Quintett geht es nicht zur stumpf zur Sache. Die Tracks der Hessen haben deutlich mehr Atmosphäre und Spannung als es viele andere Genre-Kollegen zu Stande bringen. Auch Fronter Tommy heizt die Besucher im Keller ordentlich an und sorgt mit seinem Stage Acting für die nötige Portion Energie. Mit unter anderem 'Conspiracy With The Death' und 'Volkhoven in Fire' hat man auch eine sehr unterhaltsame Setlist zusammengestellt und bolzt sich wie ein wild gewordener Fleischwolf blutig durch den Abend. Man darf sich schon jetzt darauf freuen, was man von den Jungs in diesem Jahr noch zu erwarten haben wird (hoffentlich ein neues Album!). 
Zu guter Letzt haben wir noch den Auftritt von PLASMA. Während ich aufgrund eines etwas zu
Plasma (Foto: Adrian)
laut aufgedrehten Sounds zuletzt in Neu-Anspach die Songs der Grinder kaum verstanden habe, bin ich heute umso gespannter, was mich erwarten wird. Die ebenfalls aus Frankfurt stammende Band, ist erst seit einigen Monaten wieder aktiver geworden und hat mit Rene inzwischen einen zusätzlichen Vokalisten engagiert, der aus dem Trio nun ein Quartett macht. Mit Masken bewaffnet und Blut im Gesicht startet man nach einem etwas ausgedehnten Soundcheck (der sich klangtechnisch auch bezahlt macht) in den letzten Akt des Abends. Das neue Line-Up funktioniert von Anfang an und man hat das Gefühl, dass die Herren bereits seit ewigen Zeiten gemeinsam Musik machen würden. Die rauen Growls ergänzen sich wunderbar mit dem rotz'n'rolligen Goregrind der Instrumentalfraktion. Neben bissigen Hymnen wie 'Bodysnatched' oder 'Cadaver Needed' gibt es auch zwischen den Songs einiges zu begutachten, so lädt man die Zuschauer zum gemeinschaftlichen Dosenstechen ein und leert zusammen mit Ihnen einige Dosen Heineken. Etwas übermotiviert fällt kurze Zeit später Basser Marcus in einen Amp und unterbricht damit den Gig temporär. Allerdings verdient man sich damit mehr Rock-Credibility als Unmut. Am Ende wollen die Zuschauer die Band auch gar nicht mehr gehen lassen und rufen immer wieder Zugabe,  welche die Band dem Publikum auch gerne gewährt. 

Insgesamt ein gelungener Abend mit drei abwechslungsreichen Kapellen in einer besten Underground-Locations zwischen Frankfurt und Koblenz. Was will man mehr?

[Adrian]

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