Sonntag, 6. August 2017

Reingehört: Death The Leveller (self-titled)

Ich bin ehrlich. Es ist ihr Name, der mich dazu gebracht hat, diese Platte ins heutige Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. DEATH THE LEVELLLER  ist ein ziemlich lächerlicher Name und lässt sich am besten mit den englischen Adjektiven "cringeworthy" und "cheesy" beschreiben (da hilft es auch nicht viel, dass da ein Gedicht aus dem 17. Jahrhundert Pate stand). Musikalisch klingen die Iren wiederum gar nicht mal so schlecht und ihre selbst-betitelte Debüt-EP ist der Grund, wieso ihr ab hier weiterlesen solltet.
Vorgelegt werden uns hier vier Titel, die alle etwa neun bis zehn Minuten lang sind und damit eigentlich eine ordentliche Albumlänge von knapp 40 Minuten
erreichen. In Doom-Kreisen laufen die Uhren allerdings anders und da gilt so eine Spielzeit lediglich als EP. Oft zurecht: weil leider viele Bands ihre Tracks unnötig in die Länge ziehen und sich permanent wiederholen. Das heutige Quartett ist da anders. Ihre epischen Kompositionen sind wirklich spannende und abwechslungsreiche Machwerke, die Einflüsse von Kollegen wie PRIMORDIAL oder MOURNING BELOVETH durchscheinen lassen. Die ausdrucksstarken Clean-Vocals von Sänger Denis Dowling haben einen maßgeblichen Anteil daran,  dass dieser Dreher so unter die Haut geht. Er versteht es sein Organ so einzusetzen, dass die Klangfarbe des Gesangs passgenau zur Stimmung des jeweiligen Titels passt - eigentlich eine Selbstverständlichkeit für einen Musiker, aber genug Metal-Vokalisten scheitern an dieser Aufgabe, weil sie sich selbst limitieren. Instrumental sind die Dubliner unheilvoll und apokalyptisch wie es sich für eine ordentliche Kapelle ihres Genres gehört. 
Insgesamt ist DEATH THE LEVELLLER mit der ersten EP ein wirklich toller Release gelungen. Die Vocals, die Riffs und das Song-Writing bewegen sich auf einem hohen Niveau und werden die Spielzeit über nicht langweilig - auch wenn eigentlich nichts bahnbrechend Neues geboten wird. Denn das was sie machen, machen sie wirklich gut und wer schweren Doom mit pathetischen Vocals mag, sollte sich das Teil auf jeden Fall zulegen - immerhin investiert ihr nur vier Euro. Lasst euch von dem Namen also nicht abschrecken.
Seit 12. Juni 2017 gibt es diese EP als Download bei Bandcamp.

[Adrian]

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