Mittwoch, 28. Mai 2014

CD-Review: Bombs Of Hades "Atomic Temples"


Live haben mich BOMBS OF HADES auf dem letzten Party.San Open Air nicht wirklich vom Hocker gerissen und deswegen war ich auch nicht wirklich erwartungsvoll, als die neue Scheibe "Atomic Temples" in meinem Briefkasten lag. In den Player eingeworfen erlebte ich dann aber mein blaues Wunder.
Die dritte Scheibe der schwedischen Todesmetaller ist einfach großartig geworden.
Wo ich mich in einem der letzten Reviews noch über mangelnde Innovationen in der Stockholm-Szene beklagt habe, zeigt diese Platte eindrucksvoll, dass der Old-School-Elchtod noch immer zu überraschen weiß. Natürlich hört man hier und da eine Menge ENTOMBED heraus, aber hier wird nicht phantasielos die erste Platte der Death-Metal-Legende abgekupfert, sondern auch den death'n'rolligen Elementen der Referenz Tribut gezollt. Aber damit nicht genug. Die genannten Facetten werden gekonnt mit Einflüssen aus dem Crustcore und Proto-Extreme-Metal á la (uralter) BATHORY, HELLHAMMER und SODOM vermischt. Dieser Mix geht wunderbar runter und macht eine Menge Spaß. Zuletzt habe ich eine so gute Verbindung aus Crust und Todesblei bei den Wiesbadnern von WOUND erlebt und jeder, der mich kennt weiß wie sehr ich von der hessischen Kapelle begeistert bin. Eine weitere Parallele zu den Jungs vom Rhein sind diese herrlich rockigen Gitarrensoli, die es schaffen eine wunderbare Stoner-Atmosphäre aufzubauen.
Wer bei so viel geballter Energie eine Pause benötigt, kann bei dem stimmungsvollen Zwischenspiel "Crawling Wind / The Tyrant Embryo" viereinhalb Minuten lang durchatmen und sich kurz erholen, bevor der überlange Titeltrack mit akustischen Passagen die ganz große Epik-Keule auspackt und gleichzeitig in anderen Abschnitten den Geist des metallischen Extremismus der 80er Jahre heraufbeschwört. Hier stehen sich zwei komplett unterschiedliche Konzepte gegenüber, die dennoch ganz logisch miteinander verbunden werden. Eine sehr eindrucksvolle Leistung! 




Ich bin schwer begeistert von diesem Album. Hier findet sich alles, was das Death-Metal-Herz begehrt. Rotzige Vocals im Stile von VADER, krachende Beats wie bei AUTOPSY, rockige ENTOMBED-Rhythmen und viele Bezüge zu den Helden der Achtziger. BOMBS OF HADES hat mich mit diesem Album voll und ganz überzeugt und beweist, dass die vier Skandinavier 2014 bisher das spannendste sind, was die schwedische Metal-Szene zu bieten hat. An "Atomic Temples" gibt es in diesem Jahr kein vorbeikommen. Die Skandinavier haben definitiv eines der besten zehn Alben des Jahres abgeliefert.
Seit 23. Mai sind die atomisierten Tempel über War Anthem Records zu beziehen.

9 von 10 Punkten

[Adrian]

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