Freitag, 10. Juli 2020

Reingehört: Ahriman "Demo"

Wer aus dem Nassauer Land kommt, kennt unter Umständen noch die Thrash-Band BRAINDEADZ, die sich inzwischen leider aufgelöst hat. Allerdings machen Sänger Jason und Drummer Boldie auch weiterhin gemeinsam Musik. Unter dem Banner AHRIMAN geht man mittlerweile noch mehr in die harte Richtung, von der sich jeder auf der ersten Demo der Limburger selbst überzeugen kann.
Den Stil der Hessen kann man vereinfacht als Death Metal mit Thrash-Schlagseite bezeichnen, gerade was die Rhythmik angeht hat man noch ein wenig die Attitüde der Vorgängerkapelle übernommen. Die Riffs im Opener klingen stark nach dem Stakkato-Todesstahl, den man vor allem in den Neunzigern von britischen

Vertretern wie BENEDICTION oder BOLT THROWER zu hören bekommen hat. Besonders der erste Titel 'Godless' ist ein gutes Beispiel hierfür. Bereits im zweiten Titel 'Incubus' wiederum beginnen die Gitarren deutlich stärker zu wabern und breiten einen angeschwärzten Klangteppich aus, der in mir Querverweise nach Skandinavien wach werden lässt, was von vereinzelten Screams angefacht wird, die Jasons morbide Röcheln etwas auflockern. Im Anschluss gibt es bei 'Metamorphosis' tatsächlich eine Verwandlung. Die Riffs werden melodischer und dezent gotischer. Auch hier spielt der Gesang wieder eine entscheidende Rolle. Denn Jason versucht sich an dunklen, cleanen Vocals  - persönlich trifft dies nicht exakt meinen Geschmack. Im vierten Stück 'Nothingness' ist die Transformation hin zum Doom Death Metal dann vollends geglückt und eine schwere instrumentale Walze begleitet ein leidendes Growling. Ein wenig muss ich hier an 'The Rack' von ASPHYX denken. Für das abschließende 'Permafrost' holt man allerdings wieder die Axt hervor und ballert sich vor allem im Mid-Tempo dem Ende der Demo entgegen. 


Alles in allem ist das erste Lebenszeichen von AHRIMAN ein (für Demo-Verhältnisse) sehr gut produzierter, sauberer Einstand, der die gesamte Bandbreite des kreativen Schaffen der Band widerspiegelt. Death Metal, Thrash-Einflüsse sowie Anleihen aus Gothic und Doom Metal - der Bauchladen der Hessen ist äußerst abwechslungsreich, auch wenn ich finde das man vielleicht Dinge wie den oben genannten Clean-Gesang nicht zu sehr in den Vordergrund stellen sollte und diesen vielleicht etwas dosierter portionieren könnte. Nichtsdestotrotz ist diese Demo auf jeden Fall ihren Preis von 7 Euro wert. Wer dem Death Metal der 1990er Jahre in all seinen verschiedenen Ausprägungen verfallen ist, sollte sich diese Demo definitiv zulegen!
Seit dem 22.05.2020 gibt es die CD bei der Band selbst zu erstehen.

Kurz nach den Aufnahmen musste Fabi, der bisherige Gitarrist der Truppe, leider aus gesundheitlichen Gründen AHRIMAN verlassen, deswegen ist die Band aktuell auf der Suche nach Ersatz am Sechssaiter. Proberaum und Equipment sind vorhanden und jeder, der Interesse hat und sich den Posten zutraut, kann sich bei Frontmann Jason unter der Rufnummer 01711418540 oder per Mail Sanati0510@yahoo.de melden.

[Adrian]

Keine Kommentare:

Kommentar posten