Donnerstag, 18. Oktober 2018

Throwback Thursday: Carcass "Heartwork"

Fragt man Grind- und Death-Metal-Fans nach der besten Platte der englischen Pathologen von CARCASS, dann wird man eine kontroverse Diskussion entfachen. Fragt man dieselbe Gruppe allerdings nach der bekanntesten Platte der genannten Band, dann wird man vornehmlich "Heartwork" als Antwort erhalten. Dieser Meilenstein des Extreme Metal erschien heute vor 25 Jahren in seiner ersten Auflage bei Earache Records. Selbstredend ist dieser Umstand allein eine Erwähnung in dieser Rubrik wert.
Hach ja, was war das für ein Line-Up? Owen, Steer, Walker und Amott! Nachdem
der Vierer 1991 mit "Necroticism - Descanting The Insalubrious" einen blutigen Hassbatzen mit Legendenstatus abgeliefert hat, der ebenfalls bis heute nachhallt, wurde es zwei Jahre später Zeit sich zu öffnen. Singende Gitarren? Gefällige Soli? Rockige Melodien? Das klingt so gar nicht nach Grind, Gore und Death Metal. Nichtsdestotrotz haben es die Briten gemacht und Erfolg damit gehabt. Das Album ist trotz aller Zuckerwatte bissig und angriffslustig, was vor allem den keifenden Screams von Jeff Walker und den immer wieder ausufernden Blasts der Schießbude zu verdanken ist. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung der Band knappe drei Jahre später (die von 1996 bis 2007 dauern sollte), ist es wohl genau diese Mischung aus Todesblei-Elementen und melodischem Hardrock gewesen, die Gitarrist Michael Amott die Blaupause für sein Erfolgsprojekt ARCH ENEMY gab, das wiederum mit diesem Konzept heute erfolgreicher denn je ist.

Neben dem Titeltrack sind es vor allem Songs wie 'No Love Lost'  oder auch 'Arbeit Macht Fleisch', die die Höhepunkte dieser Ikone darstellen. Kurzum, wenn man über Klassiker des extremen Genres redet, dann gibt es an "Heartwork" kein vorbeikommen. Es ist nicht die härteste aber auch nicht kommerziellste Scheibe, die CARCASS je abgeliefert haben, aber ohne Zweifel ist es die bedeutsamste Platte im Longplayer-Pantheon der Briten. Die Floskel "Muss man gehört haben!" wird heutzutage inflationär gebraucht, aber im Falle dieser Abrissbirne ist das Prädikat sicherlich angebracht. Alles in allem ist es die perfekte Einstiegsdroge für alle Extreme-Metaller beziehungsweise solche, die es werden wollen.
Am 18.10.2018 erschien "Heartwork" via Earache Records.

[Adrian]

Keine Kommentare:

Kommentar posten