Donnerstag, 16. August 2018

Throwback Thursday: Tankard "The Morning After"


Im Herbst 1988 erschien das dritte und vielleicht beste TANKARD-Album "The Morning After" - passend zum 30. Jahrestag, hole ich das Powermetal.de-Review hervor, das ich im Juli 2011 zum Re-Release des Albums bei Noise Records geschrieben hatte - den Originaltext gibt es wie immer in etwas gekürzter Form.
Bei Thrash Metal aus Deutschland, denkt jeder sofort an SODOM, KREATOR und
DESTRUCTION beziehungsweise an den Ruhrpott. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Frankfurter TANKARD nie die ganz große Beachtung bekommen haben, die ihnen auf jeden Fall zusteht. An ihrer Musik wird es jedenfalls nicht gelegen haben. Denn unter den vielen Wiederveröffentlichungen alter TANKARD Meisterwerke, die dieser Tage erscheinen, befinden sich mit "The Morning After" und "Alien" (die gemeinsam auf einer Scheibe erschienen sind)  zwei besonders starke Thrash-Attacken.
Schon die ersten Songs gehen unglaublich schnell ins Ohr und animieren zum Schütteln der Birne.
'Commandments' und ganz besonders 'Shit-Faced' zeigen, was für eine Energie in den Hessen schlummert und dass sie in Sachen Aggressivität und Geschwindigkeit mühelos in einer Liga mit DEATH ANGEL oder TESTAMENT spielen. Aber sie können auch anders. Speed und Thrash Metal sind nicht die einzigen Zutaten in diesem Gebräu. 'TV Hero' und 'Try Again' haben einige Trademarks aus Punk und Hardcore übernommen. Außerdem sind diese Songs durch ihr mittleres Tempo eine willkommene Verschnaufpause zwischen all den rasanten Abrissbirnen, die diesen Rundling beherrschen.
So übernimmt dann auch anschließend mit dem Titeltrack 'The Morning After' der Thrash wieder das Zepter und gerade diese Überhymne legt alles in Schutt und Asche, was bis dato noch gestanden hat. Eigentlich muss man über diesen legendären Song, der das Requiem zu jeder durchzechten Nacht bildet, nicht mehr viel sagen. Denn auch nach 23 Jahren hört man diesen Song immer wieder auf den Konzerten der Frankfurter. Nach solch einem Hit ist es schwer die Spannung eines Albums zu halten und gleichwertige Songs folgen zu lassen. Aber TANKARD lassen mit dem Thrash'n'Roller 'Desperation' und dem brachialen Stampfer 'Feed The Lohocla' nichts anbrennen. Einen würdigen Abschluss findet man mit 'Mon Cheri', einer 45 Sekunden Crustcore-Attacke, die EXTREME NOISE TERROR wie blasse Schuljungs aussehen lässt.
Alles in allem ist dieser Re-Release eine lohnenswerte Anschaffung für jeden Thrash-Fan, der diesen Silberling noch nicht besitzt.

[Adrian]

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