Mittwoch, 17. Januar 2018

CD-Review: Bronson A.D."Warpath"

BRONSON A.D. ist so eine Band, die ich schon seit ihrer Gründung vor etwa fünf Jahren begleite. Die Limburger haben mich seitdem mit einer Demo, einer Split und unzähligen Live-Auftritten auf Trab gehalten. Bisher gab es die vier Jungs aber nicht als Full-Length. Das ändert sich aber Anfang Februar! Dann erscheint das Debütalbum "Warpath" und bläst uns zehn Hymnen zwischen Hardcore, Crust und Thrash um die Ohren, in die ich schon jetzt reinhören durfte.
Zehn Songs, 32 Minuten und jede Menge Attitüde: die vier Hessen machen keine Gefangenen und gehen keine Kompromisse ein - so kann man das Grundgerüst dieses Pflastersteins zusammenfassen. Das klingt wie eine billige Plattitüde aus der Fernsehwerbung, ist aber hier tatsächlich angemessen. Denn die Scheibe ist kompakt 
wie Sau und prescht mit einem Irrsinns-Tempo voran, dass es einem schwindelig wird. Da muss man schon aufpassen, dass denn getunnelten Ohr nicht alle Einflüsse durch die Lappen gehen. Denn während der Anfang noch ziemlich konventionell im Hardcore und Beatdown wildert, horcht man bereits bei 'After The Impact' und 'Eat Shit' das erste Mal so richtig auf. Für die Band untypisch arbeitet man hier unter anderem nämlich mit deutschen Textstücken (wodurch die Anti-Fascho-Texte noch deutlicher zur Geltung kommen). Außerdem besitzt die erste Hälfte der Platte einen heftigen Punk-Vibe, der erst durch einen wilden Mix aus Rap-Einlagen, Screams und Growls im Titeltrack pulverisiert wird. Danach wird es dann zwar grob metallischer, allerdings bleibt der erwähnte Bruch nicht der einzige Umschwung auf diesem Dreher. Immer wieder spielt das Quartett mit der Erwartungshaltung des Hörers und wechselt zwischen Trademarks aus Streetcore, Thrash und brutalem Metal hin und her. Auffällig gereift ist übrigens die Stimme von Fronter Mucho, der noch kantiger beziehungsweise kerniger singt als früher, aber mit seinem markanten Organ auch alles irgendwie zusammenhält. Überhaupt ist alles bunter, detailverliebter und überraschender geworden und das ist auf jeden Fall etwas positives.

"Warpath" ist insgesamt ein spannendes Album mit jeder Menge Überraschungen geworden. BRONSON A.D. beweist, dass die Domstädter keine Angst haben verschiedenste Einflüsse in ihre Musik zu integrieren, auch wenn sie damit eine Menge Puristen vor den Kopf stoßen werden. Wer allerdings bisher mit dem Stilmix der Truppe gut klar gekommen ist, kann sich auch beim Debütalbum auf ein buntes Genre-Feuerwerk freuen. Kurzum, der Vierer aus dem Kalkwerk macht auch 2018 was er will und fährt verdammt gut damit - die Trendkurve zeigt für BRONSON A.D. ganz klar nach oben.
Ab 02.02.2018 steht "Warpath" bei Bastardized Recordings zum Verkauf bereit.

8 von 10 Punkten

[Adrian]    

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