Mittwoch, 6. September 2017

Reingehört: Goat War "Warwolf"

Okay, das ist wirklich räudig! Gegen die Amerikaner von GOAT WAR wirken WIFEBEATER und BURSTIN' OUT wie Hochglanz-Bands.  Auch wenn der Name nach einer unkreativen Vermischung von Genre-Floskeln klingt, geht ihre erste Demo "Warwolf" überraschend gut runter. 
Allerdings dauert der Ritt durch diese Scheibe auch nur knapp neun Minuten und
hämmert dabei vier Titel durch die Boxen, die allesamt in bester Punk-Manier die drei Minuten Grenze unterschreiten. Die Jungs haben keine Zeit zu verlieren und huldigen dabei vor allem DARKTHRONE (speziell ihre Schaffensphase zwischen 2006 und 2010). 'Fuck Possessor' hätte in etwas ausgefeilterer Form auch auf "F.O.A.D." zu finden sein können - vor allem wegen dem Nocturno-Culto-Gedächtnisgesang und dem HELLHAMMER'sken "Urgh". Allerdings ist hier alles etwas schäbiger und verkommener als bei anderen Black-Speed-Truppen, was positiv gemeint ist. Nehmt einfach alle Referenzbands, die euch bei GOAT WAR in den Sinn kommen, beerdigt sie lebendig, wartet ab bis sie tot und verwest sind, vollführt satanische Blutzauber um sie zurückzuholen und schickt die Untoten dann in ein Tonstudio, das auf entweihtem Boden errichtet wurde - dann erhaltet ihr "Warwolf".
So einen wirren First Wave Black Metal muss man allerdings wirklich mögen und generell hilft es auch ein Herz für kauzige Kapellen zu haben, wenn man Spaß an GOAT WAR haben will. Nachdem die Demo im Januar erschien und mit 20 CD-Roms eine überschaubare Auflage erhielt, kommt im Herbst der Re-Release via Heathen Tribes. Denn Bandcamp Download gibt es übrigens schon ab 0 Euro! Haltet also die Augen und Ohren auf, wenn der Ziegenbock den Kriegshammer schwingt.

[Adrian] 

Keine Kommentare:

Kommentar posten