Sonntag, 23. April 2017

CD-Review: Usurpress "The Regal Tribe"

Uppsala in Schweden ist nicht nur eine alte Wikingersiedlung von historischer Bedeutung, auch musikalisch hat die Großstadt im hohen Norden einiges zu bieten. Mit Kapellen wie DEGIAL, WATAIN oder IN SOLITUDE hat die Region einige international-bekannte Acts am Start und auch in den Reihen von USURPRESS kann man Szeneberühmtheiten begegnen. So bedient "Swedish Death Metal"-Autor Daniel Ekeroth den Bass der Truppe und Drummer Matte Modin hat auch schon bei renommierten Truppen wie DARK FUNERAL oder RAISED FIST getrommelt. Das alles sollte aber bei der Bewertung von "The Regal Tribe" keine Rolle spielen, denn für sich allein ist dieser Dreher bereits ein ausgefallenes Stück Death Metal, das man so eher von Dan Swanö oder TRIBULATION erwarten würde. 

Crust, Sludge, Doom, Psychedelic Prog Rock und Death Metal werden hier wild vermischt und ergeben eine überraschend ausgewogene Melange. Bestes Beispiel ist 'Throwing The Gift Away' - es beginnt wie ein Tribut an PENTAGRAM und BLACK SABBATH und schaltet immer wieder auf WOLFBRIGADE und D-Beat um. Zusammengehalten werden diese Gegensätze von einem Fundament aus solidem Schwedentod. Vor allem die rauen Grunts von Stefan Pettersson fungieren hier als verbindendes Element. Allerdings funktioniert das Liedgut auch instrumental ausgezeichnet - 'On A Bed Of Straw' (was man mit 'Ein Bett im Kornfeld' übersetzen könnte) ist ein gutes Beispiel hierfür. 
Insgesamt beweist USURPRESS mit "The Regal Tribe", das Traditionalisten nicht immer das gleiche Album aufnehmen müssen und man Old-School Death Metal relativ einfach einen frischen Anstrich verleihen kann. Die genutzten Elemente fügen sich stimmig ins Klangbild ein und sorgen dafür, dass die Scheibe spannend und aufregend bleibt. Kurzum, die erfahrenen Schweden bleiben das Maß aller Dinge, wenn es um traditionsbewussten Todesblei geht.

Bereits seit 23. September 2016  liegt dieser Nackenbrecher bei Agonia Records für euch bereit.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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