Dienstag, 1. November 2016

Reingehört: Endless Curse "Slave Breeding Industry"

Brutaler Death Metal, der von Metalcore und Black Metal beeinflusst wurde? Diese stilistische Selbstbeschreibung von ENDLESS CURSE treibt mir Sorgenfalten auf die Stirn. "Soll ich "Slave Breeding Industry" tatsächlich eine Chance geben oder mir die Zeit lieber sparen?", frage ich mich während ich die Biographie der Band durchstöbere. "Hm, die drei Jungs geben an bereits mit CALLEJON und TROLLFEST gespielt zu haben - nicht gerade meine liebsten Referenzen, aber immerhin kennt man diese Namen schon mal", wäge ich innerlich ab und entscheide mich auf Play zu drücken. 
Im allerersten Augenblick gehen meine Mundwinkel nach unten - stumpfes
Geriffe dem Schema "Schneller - Härter - Weiter" folgend, das mit den üblichen Screams und Grunzern von der Stange garniert wird. "Wusste ich es doch!", geht es mir selbstgerecht durch den Kopf, "Wieder so ein überflüssiger, moderner Extreme-Metal-Output" - auch wenn die Sache nun klar zu sein scheint, bleibe ich aber am Ball und höre weiter geduldig zu. Und siehe da: es finden sich doch noch ein paar coole Arrangements auf dem Silberling und der Rhythmus schafft es auch immer mal wieder positiv aufzufallen. Ich erwische mich sogar  beim unbewussten Mitnicken und der Täter ist schnell ausgemacht. Die Black-Metal-Einflüsse stehen nämlich den Schwaben recht gut zu Gesicht und der Metalcore hält sich dezent im Hintergrund. Am Ende des ersten Durchlaufs bewegen sich meine Mundwinkel sogar wieder in eine neutrale Position und ich denke mir: "Für eine Death-Metal-Truppe der besonders brutalen Prägung geht ENDLESS CURSE eigentlich in Ordnung" - wirklich sicher bin ich aber noch nicht. Also noch einmal durchlaufen lassen. Interessanterweise nervt mich der Gesang nun weitaus weniger als beim ersten Durchgang. Dafür zieht das Album jetzt relativ schmerzfrei an mir vorbei und hinterlässt noch weniger Eindruck. 

Alles in allem ist "Slave Breeding Industry" ein solider Presslufthammer für Todesblei-Fans, denen Härte und Geschwindigkeit wichtiger sind als Riffakrobatik und das Verlassen der eigenen Komfortzone. Anspieltipp ist dabei vor allem 'I'm Too Old', das noch am ehesten das starre Konzept aufbricht und Widerhaken besitzt, die in der Lage sind am Trommelfell des Hörers hängen zu bleiben. Ansonsten haut mich ENDLESS CURSE nicht sonderlich vom Hocker - ich habe zwar schon schlechteren Death Metal gehört, aber auch weitaus besseren.

[Adrian]

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