Freitag, 5. August 2016

Reingehört: BitchHammer "Raging Hell Rivers"

Man muss sie einfach lieben! Die Sachsen von BITCHHAMMER legen großen Wert auf Authentizität und schreiben so auch auf die Rückseite ihrer aktuellen EP "Raging Hell Rivers" gut lesbar die Ansage: "No keyboards, no clean guitars, no solos, no Drop D, no trigger, no click track, no re-amping, no short hair, no fuck." Da weiß man direkt Bescheid. Diese Scheibe ist nichts für Progressive oder die Avantgarde. Hier wird gewütet als hätte es die letzten 30 Jahre nicht gegeben und der schwarze Thrash ist das alles-beherrschende Element. Gute Voraussetzungen für knapp 19 Minuten Aggressivität.
100 Tapes via From The Dark Past, 500 CDs und eine mögliche Vinyl-Auflage sind die Eckdaten des vierten Outputs der Leipziger. Überflüssig zu erwähnen, dass die Ostdeutschen metertief im Untergrund verwurzelt sind. Da dürfen auch die passenden Kampfnamen nicht fehlen. Basser und Frontkreischer Basstard Priest hat den Beinamen "Sore Throat of Death & Hellbound Underground Sound", Drummer Majesty Of Hell wird als "Bearer Of Hell's Hammer" bezeichnet und Gitarrist Jack Frost ist der "Six-Stringed Chainsaw Gutsfucker". Ist das übertrieben und infantil? Mit Sicherheit! Wer sich allerdings den frühen 80er Jahre Extreme-Metal-Sound als Vorbild nimmt, darf das nicht nur, nein, er muss sich diesem Mummenschanz hingeben. Kommen wir aber nun zur Musik. Enthalten sind vier klangvolle Hymnen wie 'Pestilator' oder 'Crush Rome, Rebuild Sodom' (besonders dieser Name hat es mir schwer angetan). Stimmlich bewegt man sich zwischen NIFELHEIM und TOXIC HOLOCAUST, was immer wieder gerne um ein "Uhh" á la CELTIC FROST erweitert wird. Pfeilschnelle Schrammel-Riffs mit einem urigen Garagensound, der aber zeitgemäß von Mixer, Master und Aufnahmeleiter Kevin Fricke im Dampfhaus Studio in Szene gesetzt wurde. Das Gespann verbindet seine wuchtigen Blasts immer wieder mit tollen Rhythmen, die einen Heidenspaß machen. Egal ob man Death-Metal-Fan, Schwarzmetaller oder Thrasher ist, solange man die alte Schule besucht hat, wird man hier auf seine Kosten kommen. 

"Raging Hell Rivers" ist verwaschen, dreckig und ungehobelt. Ein sympathischer Dreher, der einerseits irgendwie in 80ern stehengeblieben ist, aber andererseits Lo-Fi-Sounds und übermäßige Distortion nicht zum Selbstzweck erhebt, sondern sinnvoll in seine Huldigung der alten Legenden einwebt. Echte Metal-Puristen mit einer nostalgischen Schwäche für die gute alte Zeit, sollten sich diesen Hassbatzen anhören oder ihre Kutten an den Nagel hängen. Bereits seit 21. November 2014 kann man die aktuelle EP von BITCHHAMMER bei Bandcamp abgreifen. 

[Adrian]

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