Sonntag, 29. Mai 2016

CD-Review: Gebrechlichkeit "Aphorismen der Angst"

"Ruhe ist eine verdächtige Form von Lärm!", bringt es GEBRECHLICHKEIT im Opener seines neuen Album "Aphorismen der Angst" philosophisch auf den Punkt. Wenn man nach dieser Devise das 2016er Studiowerk des Niedersachsen Chaos bewertet, ist er frei von jedwedem Verdacht. Das zweite Album des untriebigen Hannoveraners bietet neun harte Black-Metal-Geschütze mit viel Rhythmus und Atmosphäre.
Im direkten Vergleich mit dem Erstling "Glanz und Elend" wurde hier an allen
Fronten schwer optimiert. So ist zum Beispiel das Wolfsgeheul-Sample bei 'Nyktophobie' viel sauberer eingebunden als es zuvor der Fall war und Chaos nutzt seine fauchende Kreischstimme effizienter als in bisherigen Veröffentlichungen. Auch das Song-Writing überzeugt mich auf der aktuellen Platte mehr als jemals zuvor. Die tiefe Schwärze der 'Grausige(n) Melodien' verbunden mit ultra-schnellen Blasts ergibt eine wunderbar frostige Melange (wie man zum Beispiel in 'Die Verdammten der Hybris' hören kann). Lyrisch macht man auch keine schlechte Figur und verbindet exaltierte Morbidität mit einem gesunden Hang zum Wahnsinn. 
Alles in allem ist "Aphorismen der Angst" ein aufgeräumtes Album, das einen großen Sprung zum Erstwerk darstellt. Mastermind Chaos ist nicht nur als Sänger und Song-Schreiber gereift, sondern behält auch das große Ganze besser im Auge und schafft es einen Opus zu produzieren, der in sich stimmig und rund klingt. Wenn ihr also traditionellen deutschen Black Metal mögt, seid ihr hier genau richtig. Allein das coole Artwork schreit danach, dass ihr euch die CD zumindest einmal genauer anschaut und im allerbesten Falle auch kauft.

Seit 25. März gibt es bei Human To Dust die auf 1.000 Stück limitierte Digipak-Ausgabe.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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