Sonntag, 20. März 2016

CD-Review: Volker "Volker"

Wieso nennt sich eine französische Industrial-Metal-Band nach einem deutschen Vornamen, den heute meist nur noch Menschen über 35 Jahre tragen? Das bleibt leider bisher das Geheimnis der Pariser von VOLKER, die sich aus Mitgliedern von Bands wie OTARGOS, REGARDE LES HOMMES TOMBER, NOEIN, DEMENTED und LIFESTREAM rekrutieren. Ihre erste selbst-betitelte EP kommt im April via Kaotoxin Records auf den Markt und verspricht eine Mischung aus gotischer Kälte und extreme-metallischen  Einflüssen zu werden.
Im Detail haben wir es hier mit drei vollwertigen Tracks zu tun, die von einem Intro eingeleitet werden, das musikalisch an die 50er Jahre erinnert. Jedoch hält die Nostalgie nicht lange und wir befinden uns bereits eine halbe Minute später in einem dynmaischen und modernen Indurstrial-Umfeld wieder, das zum Track 'Bitch' gehört. Mit schnellen Gitarren und einem rhythmischen Drumming wird man stark an Referenzen wie PAIN erinnert, was durch den leicht keifenden Gesang verstärkt wird, der wiederum vom klaren weiblichen Gesang der Frontfrau Jen Nyx konterkariert wird. 
Im Anschluss folgt erneut ein Stilbruch. 'Pavor Nocturnus' präsentiert sich anfangs als doomiger Song mit einem leichten Black-Metal-Vibe, der in der Folge erneut durch die cleanen weiblichen Vocals aufgelockert beziehungsweise durch die eingestreuten Keifer näher in die harte Richtung gerückt wird. Mit fünf Minuten handelt es sich hier um den längsten Titel der Scheibe, der immer wieder zwischen Black Metal und Gothic Rock hin und her schlingert. Man merkt hier am stärksten den Eindruck, die die anderen musikalischen Projekte der Mitglieder hinterlassen haben.
Der Rauswerfer 'Zombie Heart' ist wieder ein verhältnismäßig schneller Song, dem eine Menge Energie inne wohnt. Wie auch schon 'Bitch' braucht auch dieser Titel weniger als 200 Sekunden, um durchzulaufen und ist nicht nur dadurch sicher massentauglicher als der direkte Vorgänger. Besonders da sich hier der hartmetallische Anteil noch am stärksten im Hintergrund hält.
Insgesamt sind die elf Minuten Liedgut keine Verschwendung von Lebenszeit, sondern vielmehr eine ansprechende Verbindung von musikalischen Entwürfen, die man so nicht an jeder Tankstelle findet. VOLKER mischt verschiedene Paten wie PAIN, KATATONIA oder auch SAMAEL zu einem spannenden Cocktail zusammen und serviert ihn uns mit einer charakterstarken Frauenstimme. Auch wenn der Name VOLKER für deutsche Ohren irgendwie komisch als Bandbezeichnung klingt, solltet ihr den Franzosen doch eine Chance geben. Fans der genannten Referenzen könnten hier auf jeden Fall gefallen dran finden.

Ab 08.04 kriegt man diese EP überall, kann sie aber schon jetzt bei Kaotoxin Records vorbestellen.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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