Donnerstag, 14. Januar 2016

Unerhört: Kosmokrator "To The Svmmit"

Wenn man als Reviewer Post von Ván Records bekommt, dann kann man sicher sein, dass es unkonventionell wird. Mit THE RUINS OF BEVERAST und TRUPPENSTURM hat man zum Beispiel zwei sehr (auf ihre eigene Art) ausgefallene Bands im Kader. Die Okkultisten von KOSMOKRATOR schlagen in die selbe Kerbe, zumindest wenn es um Unkonventionalität geht. Die Blackened Deather aus Belgien veröffentlichen gerade ihre Demo "To The Svmmit" neu als CD in einer überarbeiteten Form.
Der erste Eindruck ist so verschroben wie man ihn sich beim Betrachten der Aufmachung vorstellt. Immerhin kürzt man den Bandnamen auf der Hülle nur mit den Konsonanten ab, verwendet statt eines U bei "Summit" ein V (was ja besonders trve ist). Im Inneren der CD-Hülle gibt es kein Booklet, sondern nur ein Bild der Band. Natürlich erkennt man rein gar nichts. Bei Kerzenschein stehen die fünf Musiker an einem Tisch mit Ziegenschädeln und ihre Gesichter kann man (Überraschung, Überraschung) nicht erkennen. Darüber stehen die "Namen" der Mitglieder. Natürlich sind sich die feinen Herren zu düster um ihre echten Namen auflisten und zu humorlos für Kampfnamen. Deswegen gibt es hier (erneut Überraschung, Überraschung) Buchstabenkürzel. Gitarrist CM fällt hier noch mit dem längsten Nickname auf.
Soweit zum klischeehaften Auftreten der Düsterheimer. Infos zu Werdegang, Bandmitgliedern und musikalischer Mission gibts auch keine. Würde man die Lärmbacken fragen, würden sie wahrscheinlich antworten, dass ja die Musik und nicht die Menschen im Vordergung stehen sollen, bla bla bla. Facebook gibt es für die Jungs übrigens auch nicht (wozu auch? man will ja scheinbar keine persönlichen Infos mit niemandem teilen). Es gibt nur eine Bandcamp-Seite, wo es zumindest netterweise einen Track kostenlos zum Download gibt. 
Kommen wir nun zur Musik. Die beginnt mit einem minutenlangem Kirchenambiente (Glocken und Chöre lassen grüßen). Na gut, irgendwie wollen die 12 Minuten Spielzeit von 'Ad Alta, Ad Astra' ja gefüllt werden. Wenn man dann endlich die Kapelle beginnt ihre Instrumente anzuschmeißen, wird klar, dass man es hier mit viel mehr Schein als Sein zu tun hat. Viel Rauschen, eine Lo-Fi-Produktion und verwaschene Gitarren sind das beherrschende Thema von KOSMOKRATOR. Die erfüllten Klischees der Optik lösen ihre Versprechen auch musikalisch ein. Man orientiert sich meiner Meinung nach an GRAVE MIASMA, VENENUM und SONNE ADAM. Während ich die erste Referenz noch selbst ganz spannend finde und die vorliegende Demo in ihren starken Momenten genau dahin schwenkt, hat diese Truppe hier leider viel zu viel von den anderen beiden Dröhnern übernommen. Alles ist furchtbar repetitiv (was man wahlweise als hypnotisch oder langweilig bezeichnen kann) und wird massiv in die Länge gezogen. 

Auf Platte kann sowas je nach Stimmungslage gut sein, aber live ist solche Musik grässlich eintönig und treibt Zuschauer wie mich schnell aus der Halle. Das mittlere Stück ist mit 324 Sekunden noch der kürzeste Song der Platte und verzichtet als einziger Titel auf unnötige Fülleffekte. Dafür gibt es sogar ein paar scheppernde Blast Beats (die klingen jedoch als wären sie auf ein paar Hexenkesseln eingespielt worden) und fiese Grunts, die wirklich bedrohlich klingen und man sich nicht beklagen kann. Mit mehr solchen Stücken hätte dieser Act eine reelle Aussicht die Szene von sich zu überzeugen. Wobei ich ehrlicherweise davon ausgehe, dass es auch so wieder genug Schwarzheimer und Todesblei-Hexer geben wird, die gerade dieses okkulte Affentheater bei dem die Band sich selbst mystifiziert und in überlangen Liedern faktisch nicht viel passiert, abfeiern werden. Wer's braucht soll mit "To The Svmmit" glücklich werden, ich sehe zwar ein, dass KOSMOKRATOR talentiert ist, aber man ohne große Mühe diese Demo auch um 15 Minuten kürzen können, ohne dass etwas Essentielles verloren gehen würde. Deswegen meine Bitte: beim nächsten Release bitte weniger Spielzeit schinden! Dann könnte man bestimmt doch noch zusammen finden. So allerdings bleiben mir auch weiterhin die meisten Bands aus dem Hause Ván Records ein Rätsel.
Die CD ist im Webshop des Labels aktuell erhältlich, aber nur in limitierter Zahl.

[Adrian]

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